Hallo Schwesterchen,
da bin ich doch schon wieder, kann es nicht lassen.
Ich habe heute morgen im Zug zur Arbeit ganz viel an Dich gedacht.
Ich war gestern bei Peter. Er ist besser zu Wege, als ich gedacht habe,
das hat mich ganz froh gemacht, und Dich wird es auch freuen.
Er hat viel Besuch. Michi kommt, Friedrich und einmal die Woche Matthias.
Die beiden haben überlegt, zusammenzuziehen, dort in Eurer Wohnung in Groß Hansdorf,
mal schauen, was daraus wird.
Am Samstag ist Osterfeuer. Das Holz liegt schon bereit.
Es werden alle da sein, aber es wird anders sein, als sonst, mal sehen.
Letztes Jahr hast Du Deinen roten aufblasbaren Sessel ausprobiert, den wir dann mit auf Kreta hatten.
Was hatten wir, trotz allem , für eine schöne Zeit dort.
Ich bin heute traurig, vermisse Dich sehr.
Hier ist wieder Winter, mit Schnee überall.
Wir warten auf den Frühling, aber der will dieses Jahr einfach nicht kommen.
Ich habe guten Kontakt zu Ann Shirley. Sie war schon einen abend hier zu Besuch.
Sie ist positiv und voller Lebensfreude, und wird wiederkommen.
So, das wars für heute.
Bis bald meine Liebe
Donnerstag, 29. März 2018
Donnerstag, 1. März 2018
Der Apfel III
Na Hannchen,
jetzt sitze ich hier
und schreibe Dir diesen wohl letzten Brief.
Du bist jetzt schon
über zwei Wochen nicht mehr bei uns, und wir hier zurückgebliebenen
haben jetzt wohl die offiziellen Dinge alle erledigt.
Zu Deiner
Trauerfeier am letzten Freitag hat Claudius eine schöne Rede
gehalten.
Sie war wohl ganz in
Deinem Sinne. Wir mußten sie etwas kürzen, denn es war nur eine
halbe Stunde dafür Zeit. Danach haben wir uns alle in Deiner Wohnung
getroffen und einen schönen Nachmittag gehabt. Es war voll und
herrliches Winterwetter, welches bis heute anhält.
Am Dienstag haben
wir Deine Asche dann neben Erika auf dem Friedhof beigesetzt.
Lucie konnte leider
nicht dabeisein. Sie war mit Martin zurückgeflogen nach London.
Alles war tief
verschneit, auch alle Blumen von Deiner Trauerfeier.
Heute waren Peter,
Robin, Liv, Linda mit Leila, Liv und ich an Deiner Schule zu einer
kleinen Gedenkfeier, die sie dort für Dich veranstaltet haben. Roger
hat Bach gespielt und Silke hat dann etwas über Dich erzählt. Es
hätte Dir gefallen. Sie mochten Dich dort wohl alle sehr.
Ich war noch nicht
wieder an Deinem Grab, das habe ich noch nicht geschafft.
Ich werde Dir ein
paar Schneeglöckchen pflanzen und einen kleinen Apfelbaum, dann
kannst Du Dir im Herbst einen Apfel pflücken, wenn Du magst.
Das ist
wahrscheinlich nicht erlaubt, und wenn mich die Friedhofsverwaltung
dann irgendwann auffordert, den Baum zu entfernen ,nehme ich ihn mit
hierhin nach hause. Da wächst er dann weiter. Den Apfel bring ich Dir dann.
Ach ja, das Relief
von Ferdinand habe ich repariert, rechtzeitig zu Deinem Geburtstag,
wie versprochen. Ich werde es hierbehalten. Peter ist einverstanden.
Und ein von Dir gemaltes Bild hätte ich noch gerne. Ich weiß nur
nicht, welches. Such mir mal eins aus.
So, und unseren
kleinen Blog hier werde ich dann wohl beenden. Es war unsere
gemeinsame kleine Freude. Kleine Geschichten und Erinnerungen.
Alleine mag ich nicht mehr.
Vielleicht nehme ich
ja irgendwann mal den Faden wieder auf.
Ich hatte ja
eigentlich vor, „heillos“ unter Deinem Pseudonym Baba Jaga hier
nach und nach zu veröffentlichen, bin mir aber nicht mehr sicher, ob
ich das mache. Außerdem habe ich Dein Passwort noch nicht
rausbekommen.
Ich trinke jetzt ein
Glas Wein auf Dich
Mach´s gut
Schwesterchen und schlaf schön
Donnerstag, 15. Februar 2018
Baba Jaga ist tot
Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.
Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei,
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.
Alles still! Die Dorfes-Hütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.
Alles still! nichts hör' ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht; –
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.
Theodor Fontane
Ich weiß nicht, wo Du jetzt hinfliegst.
Komm gut an, Schwesterchen.
Mondenstrahl in Wald und Flur,
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur.
Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei,
Keiner Fichte Wipfel rauschet,
Und kein Bächlein summt vorbei.
Alles still! Die Dorfes-Hütten
Sind wie Gräber anzusehn,
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn.
Alles still! nichts hör' ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht; –
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.
Theodor Fontane
Ich weiß nicht, wo Du jetzt hinfliegst.
Komm gut an, Schwesterchen.
Abonnieren
Posts (Atom)