Ich radle durch die Dunkelheit des
Dezembermorgen zur Arbeit.
Wenige Tage noch bis Weihnachten.
13 Grad plus und Nieselregen.
Ein Wetter zum schlechte Laune kriegen.
Meine ist gut.
Mein Fahrrad hat Licht.
Mein altes blaues Damenrad aus den
Siebzigern hat schon eine Weile ausgedient.
Jahrelang hat es bei jedem Wetter oft
tagelang auf mich gewartet.
Am Bahnhof.
Dann ist es müde geworden und nun
gestorben.
Das Licht ging schon lange nicht mehr.
Das Neue ist ein langweiliges
Herrenrad.
An die blöde Stange muß ich mich
erst gewöhnen.
Sie ist im Weg, und der kühne Schwung
des Beines über den Sattel muß wieder geübt werden.
Es ist eigentlich alles wie immer kurz
vor Weihnachten morgens kurz vor acht.
Die Straßen sind großartig
ausgeleuchtet.
Noch sieht das kaum jemand.
Der kleine Weihnachtsmarkt schläft
noch.
Die Menschen eilen schweigend ihrem
Tagwerk zu.
Die am Straßenrand aufgestellten
Tannenbäume stehen etwas schief im Nieselwind
größtenteils ihres Schmuckes
beraubt,
der abseits liegt.
Sie werden später schon
zurechtgerückt.
Die Ampel geht von „Grün“ auf
„Rot“.
Ich warte,
Fahre weiter.
Das rote Tuch hängt dort an seinem
Platze,
und winkt mir zu.


