Als ich so ungefähr acht oder
neun Jahre alt war, saß auf meinem Weihnachtsplatz unter dem Tannenbaum eine
nagelneue Puppe mit langem seidigen Haar und Augen, deren Lider zuklappten,
wenn man sie hinlegte und wieder hochklappten, wenn man sie aufnahm. Ich liebte
aber doch meine alte etwas heruntergekommene Babypuppe Hansi, die ich im Arm
hielt, stand stocksteif und unfähig Hansi
wegzulegen und die neue Puppe an mich zu nehmen verloren im Zimmer. Ich spürte die Blicke
von Mutti und Vati, von Onkel Hans und
Amma, die in freudiger Erwartung auf meine Begeisterung über die viel schönere
und kostbarere neue Puppe auf mich
gerichtet waren.
Da lag auch eine kleine
hellblaue neue Strickjacke mit Kapuze für meinen Hansi neben der neuen
Schönheit. Ich kniete mich hin und kleidete Hansi ziemlich umständlich in die neue Jacke.
Die neue Puppe saß bis spät am
Abend unangerührt unter dem Tannenbaum. Kurz vorm Insbettgehen tappte ich barfuß
und im Schlafanzug leise die Treppe hinunter, im Dunkeln schlich ich in die
Weihnachtsstube und nahm vorsichtig die neue Puppe auf den Schoß. Ich strich
ihr über die langen Haare, wickelte ihre weichen Locken um meinen Zeigefinger und ließ ihre Augenlider
auf und zuklappen. So saßen wir da in der Nacht bis meine Füße eiskalt waren. Dann schlichen wir gemeinsam die Treppe hoch und krochen zu Hansi ins Bett.
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