Dienstag, 5. Dezember 2017

Traumtäuschung

 
Ich wache auf, weil ich geträumt hatte und irgendetwas Überraschendes in eben diesem Geträumten muss mich aus dem Schlaf gerissen habe.  Daß wir  in unseren Träumen doch   schon von Natur aus mit unerwartetem Erleben reichlich beschenkt und ausreichend daran gewöhnt, uns nicht bei jeder Bagatellüberraschung gleich  aus unserer Traumesruhe bringen lassen, ich jetzt aber mit staunend aufgerissenen hellwachen Augen auf den Kopfkissenzipfel neben mir starre, spricht für die  Außergewöhnlichkeit meiner Traumüberraschung.
Es  war eine Szene  am Meer und anstatt, wie ich es gewöhnt war seit mein Körper mir nicht mehr gehorchte, entweder von meinen Kindern, Schwiegerkindern,  meinen Geschwistern oder Nichten und Neffen auf einer Strandliege gebettet zwischen orientalischen Kissenrollen wie in einer Sänfte über den Strand ans Meer getragen zu werden, fühlte ich mich nun gewuchtet in einem großen zerbeulten alten Pappkarton, über dessen Rand ich gerade so eben die bebenden Schultern und schweißnassen Profile meiner Träger erkennen konnte.
Einen Augenblick später  hockte ich nicht mehr zwischen den schwankenden Pappwänden, sondern stand mit beiden Beinen, die Füße im heißen Sand, etwas abseits von der Szene und betrachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung.  
Erst war ich unsicher aber dann erkannte ich fast etwas beschämt über diese Verwandlung die Gestalt im Karton. Es war mein kleiner Bruder.

Sonntag, 19. November 2017

Ich wache auf

Ich wache auf,
weil der Regen scharf gegen das Fenster klopft

Ich wache auf,
weil die Katze auf dem Dach über mir herumturnt

Ich wache auf,
wenn jemand unten ruft, 
weil wir vergessen haben den Schlüssel ´rauszulegen

Ich wache auf,
weil Du dich zu mir legst und meine Wärme suchst

Ich wache auf,
weil eine Maus in der Wand krabbelt

Ich wache auf,
weil ein Engel vorbeifliegt

Ich wache auf,
weil es hell wird

Ich wache auf,
weil ich es will

Mittwoch, 23. August 2017

Der Apfel II

Ich verlasse die Kühle des beidseitig von hohen Knicks verschatteten Feldweges und gelange auf den  von der Sonne beschienenen Platz vor dem alten Gehöft, hinter dem die kleine asphaltierte Straße in den Ort hinein führt. Ein knorriger alter Apfelbaum am Ende des verwilderten Grundstückes  trägt jetzt Ende August reichlich Früchte und  streckt mir seine  mit prallen dicken Äpfeln behängten Äste weit über den Zaun entgegen.
Ich halte inne und es gelingt mir, einen der größten Äpfel mit einer Hand zu umfassen, ich drehe und zerre an ihm herum, vermag ihn aber nicht vom Zweig zu lösen.
Überrascht und ein wenig verzagt lasse ich den Apfel los, der Zweig schnellt zurück und der Apfel mit ihm.
Zu meinem Trost bleibe ich mitten auf der Straße stehen, richte mein Gefährt aus und halte solange mein Gesicht in die Sonne bis zwei Radfahrer mit Hunden mich aufschrecken.

Sonntag, 30. Juli 2017

Der Apfel

Ein Unfall zwingt mich in die Knie,
den zweiten Tag schon lieg´ich hier in meiner Hängematte,
verdämmere die Zeit,
eingemummelt in eine Decke unter dem alten Apfelbaum.
ein großer Schirm schützt mich vor´m Dauerregen,
um mich herum ist schon den zweiten Tag „Land unter“.

Der alte Baum trägt schon seit Jahren keine Frucht,
doch gestern endeckte ich einen kleinen grünen Apfel
versteckt im dichten Blätterwald.

Am Abend war er nicht mehr da,
obwohl ich lang und sorgsam nach ihm Ausschau hielt
Ich hab´nicht lange drüber nachgedacht
und dann auch schnell vergessen.

Doch heute hängt er wieder da an seinem Platz
es war wohl nur das fahle Licht am abend,
welches ihn verbarg.


Donnerstag, 29. Juni 2017

11 x Vier Stühle Eine Bilanz

Im Garten brennen die Reste eines Lebens



Gefallene Engel, offene Sakophage und stilles Licht über dem

 Bleisarg von Litwinenko



„Der Kaffee schmeckt nach Speck“ und „Ich schlaf in Haus 7“



„Circel Club“ und „Cafeteria Delfin“ suchen wir vergebens



Schwerer Streit in der Nacht und doch noch hingekriegt



Wetter und „Teufelsbrück“ zeigen uns wieder Grenzen



Binario due, Glenn Gould und Stalinismus



Tanz auf dem Balkon and „We are the Champions“



I love Hitzehoe at the River Speck



Vergebliche Klostersuche in Fiesole



Roter Sessel in der Luft

Samstag, 17. Juni 2017

Verlust und Befreiung

Ich habe viel Zeit zum Denken denn Denken ist die einzige Beschäftigung, die ohne Handlung auskommt. Als ich gestern Nacht wach und mit offenen Augen auf meinem Lager lag, während meiner stillen Wanderung durch meine hin und her schweifenden Gedanken über die Möglichkeiten des Denkens, kam mir die Idee zu einem neuen Projekt, der Arbeit an meinem Wesen. Ich würde im Stall meiner Charakterzüge ausmisten, in meiner Seele aufräumen, mein Herz und meinen Geist von Unrat befreien.
Ich erwog erste Pläne, wie ich mich diesem Vorhaben nähern könnte, wie ich in dem Dickicht von in Jahrzehnten  sich ausgebildeten Mächten in meinem Innersten die Spreu vom Weizen trennen könnte.
Kurz bevor ich einschlief wurde mir bewusst, dass ein Teil dieses Projektes schon begonnen hatte, ich mitten drin steckte, dass einige für mich charakteristische, wenn auch unliebsame Wesenszüge gleichzeitig mit dem stetig voranschreitenden Verlust meiner Körperbeherrschung sich schon zurückgezogen hatten, Schritt für Schritt in gleichem Maße verschwanden, wie mir die körperliche Aktivität verloren ging.
Verlust und Befreiung, war mein letzter Gedanke, bevor ich in einen traumhaften Schlaf fiel, in dem ich mit riesigen, beidseitig am Kopf angeschnallten Zusatzgehirnen in Form von rosa Elefantenohren einen Berg herunterradelte, während meine Ohrengehirne links und rechts an dickstämmigen Buchen entlang schredderten, Laternenpfähle umnieteten und aus dem ich am Morgen erfrischt und voller Tatendrang erwachte.


Donnerstag, 27. April 2017

Seelenheilung

Die Seele durch die Sinne heilen und die Sinne durch die Seele heilen.
(aus: "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde)

Die Seele durch die Sinne heilen.

Ein nicht kalter aber dunkler Winter ist vorbei. 
Trübe Tage laß ich zurück, 
nicht vergessen, aber durchlebt und bearbeitet.
Klarer Frost liegt über dem frühen Morgen. 
Ich nehme die Luft auf und genieße . 
Die noch frühe Sonne durchdringt mich voller Freude. 
Die Stare singen den Frühling.

Samstag, 22. April 2017

Hey Alter

Hey Alter,
ich muß gerade mächtig an Dich denken.

War gerade in Dagebüll. 
Was abliefern am Hafen. 
Für Föhr.
Danach dann am Deich entlang und angehalten.
Rauf da und den Wind um die Nase wehen lassen.
Weites Land.
Viel Gras und Schafe.
Und Windräder ohne Ende.
Auf´m Rückweg nicht zur Autobahn,
sondern die B5 runter Richtung Husum.

Und dann fuhr da dieser Zug.

Genau auf dieser Strasse sind wir vor ca. 45 Jahren langgegangen.
Es war Nacht und eisekalt.
Herbstferien, nach unserer Klassenfahrt mit Köhnke.
Zehnte Klasse. Nach Dänemark.
Silkeborg, Odensee, Faborg.
Was wollten wir eigentlich da?
Egal.

Wir sind dann nochmal los.
Du, Jörn und ich.
Schnüssi hat uns nach Gelting gebracht, zur Fähre nach Sonderburg.
Da wollten wir gar nicht hin, wollten trampen, nach Jütland.
War aber von hause aus verboten.
Also Nebelkerze!
Und kaum war er weg,
Daumen raus und ab in die andere Richtung.
Nach Silkeborg, in die JH. Hatte uns gefallen.
Wir waren jetzt die einzigen Gäste.
Die Lampe, die Du vor ein paar Wochen mit einem gezielten Kissenwurf von der Decke geholt hattest, war immer noch kaputt.

Es war Scheißwetter. Wir haben eigentlich nur Karten gespielt.
Dann irgendwie vorzeitiger Abbruch
und ab Richtung Heimat.
Jörn trampte allein, wir zusammen.
Zu dritt wären wir unmöglich weggekommen.
Irgendwie sind wir dann an die Westküste geraten.
Tonder!
An der Grenze natürlich gefilzt.
Weiter nach Niebüll.
Und dann war Ende.

Wir sind die Nacht über diese verfluchte Landstrasse langgegangen.
Niemand nahm uns mit,
und eisiger Fahrtwind der LKW´s zwang uns immer wieder an die Seite.
Zu Rauchen war auch nichts mehr da.
Tabak noch´n Rest, aber keine Blättchen.
Wir haben dann aus ´ner alten Pfeiffe geraucht, die Du noch aus einer Deiner Taschen zaubertest.

Und dann dieser schön warm beleuchtete Zug.
Er rauschte vorbei.
Lange schauten wir hinterher.
War bestimmt mollig geheizt,
und in zwei Stunden in Hamburg.
Half uns aber nichts.

Irgendwie kamen wir dann gegen morgen weg.
Nach Schleswig an die A7.
Kriegten dann einen Laster nach Hamburg.
Es war ein „Däne“, ein alter Skania Vabis mit Riesiger Schnauze und kleinen Fenstern.
In der Kabine stank es nach alten Socken, Schweiß und Ölsardinen.
War auch egal.
Wir sackten schnell weg in dieser muffigen Wärme.

An der „Budapester“ auf´m Kiez standen wir dann wieder draußen, fuhren mit der U-Bahn aus der Stadt, versteckten uns noch hinter einer Telefonzelle,
weil Dein Alter gerade vorbeifuhr auf dem Weg zur Arbeit.
Sollte keiner wissen, dass wir wieder da sind.
Wir trampten dann zu Jörn und lungerten noch einige Tage in seiner Mansarde herum,
schlugen Zeit tot und spielten Karten.
War ´ne tote Zeit 
Und irgenwie nichts los.

Oder doch?





Montag, 3. April 2017

Schlafwanderung


 
 Heute Nacht gab es zum Thema Schlafwanderungen wieder eine überraschende Wende. Ich träumte mich ins Schwimmbad und da Wasser den Körper ja bekanntermaßen um einen Großteil seines irdischen Gewichtes erleichtert, wanderte ich dank dieses zauberhaften physikalischen Gesetzes bis zu den Schultern im Wasser des Nichtschwimmers von Beckenrand zu Beckenrand. 
Irgendwann hatte ich genug vom Wasserlaufen und watete mutig einfach ins Flache, weiter bis nur noch die Zehen umspült waren, wohl wissend, dass ich längst schon den gefährlichen Bereich überschritten hatte, wo meine Beine üblicherweise ihren Dienst verweigerten.
 Traumwandlerisch trugen sie mich weiter, den ganzen Weg durch die Ankleidekabinen, vorbei an den an Pfosten hängenden Haarföngeräten, durch die Drehtür an der Kasse bis nach draußen ins Freie, wo ich verwundert einen schillernden Fischschwanz auf einer grünen Bank vorfand, ihn mir unter den Arm klemmte und meinen Weg fortsetzte, obwohl der Schwanz sehr schwer, glitschig und nasskalt war und die Schuppen die dünne Haut auf der Innenseite meiner Unterarme aufscheuerten.




Freitag, 24. März 2017

Licht


  Bei schönstem Wetter bin ich heute in den Feldern unterwegs gewesen und mir wurde bewusst, dass ich auf veränderte Weise durch die mir so vertraute Umgebung streifte, meine Augen die feinen Nuancen wahrnahm, mit der das Licht jeden Baumstamm, jedes Büschel Wiesengras, jedes Detail der mich umgebenden Natur  einzigartig aufleuchten machte, daß mein Kopf sich drehte nach allen Seiten, runter auf das niedergedrückte, nun von der Märzsonne beschienene Gras im Unterholz, auf die zartgrünen Moospolster  auf verrottendem Holz und dann wandte ich den Blick wieder hoch in die Baumkronen und himmelwärts, den Kopf im Nacken. Lange blieb ich stehen auf einem vom Sonnenlicht durchwärmten Feldweg und sah hinauf in das noch kahle Geäst einer Eberesche, beobachtete ein Dompfaff Männchen, das sich auf einem der äußersten Zweige in der Sonne hin und her drehte, wie sein rotes Brustgefieder mit jeder Wendung, die  seine kleine runde Gestalt dort oben ausführte, in  überraschend neuem  Farbton schimmerte.
Wir blieben lange da sitzen, der Dompfaff oben in den Zweigen und ich unten auf dem Feldweg.Irgendwann flog er fort und ich zog weiter durch Äcker, Wiesen und Felder und reckte meinen Hals hierhin und dorthin, als reiste ich zum ersten Mal durch phantastisches fremdartiges Terrain.

Freitag, 24. Februar 2017

Duft



Als vorhin ein Sonnenstrahl auf unseren trockenen, abgetretenen aus einfachen Fichtenbrettern gezimmerten Boden fiel, kam mir wieder eine Szene aus frühester Kindheit in den Sinn. Der frisch gebohnerte Dielenboden im Bauernzimmer der Reetdachkate mit den an zwei Wänden entlanglaufenden Holzbänken. Zum Polieren banden wir uns alte Wolllappen an die Füße und rutschten auf den duftenden, feucht glänzenden Dielenbrettern entlang, immer in der Richtung der Maserung, nie gegen den Strich, sonst bremste ein hochgerissener Splitter unsere Fahrt. Zuerst ging es noch mühsam auf dem noch stumpfen Holz aber nach ein paar Runden auf jedem Brett wurde es glitschiger, ging es schneller. Wir schlitterten von der Ofenecke zur Bankreihe unter dem Fenster, stützten uns kurz mit den Händen am Rand der Bank ab, schnellten herum und rutschten wieder rüber zum großen Kachelofen, stießen uns ab und drehten.
Der Boden wurde nie spiegelblank. Immer  verloren wir die Lust an diesem Vergnügen lange bevor der Boden den eigentlich erwünschten Glanz erreichte. Allenfalls unsere wachsgetränkten, von den Füßen gezogenen Lappen kamen dem gewünschten Ergebnis eines professionell gebohnerten Bodens nahe.
Zum Abschluss holten wir uns jeder einen Buntstift, legten uns flach auf die Dielenbretter, die Köpfe dicht beieinander, die Wangen neben unseren freien, mit weit aufgefächerten Fingern fest auf die duftende Glätte des Holzes geschmiegten Händen lagen wir lange da in dem Bienenwachsgeruch und schoben  unsere Buntstifte  in den mit Bohnerwachs verkleisterten Fugen hin und her.

Samstag, 18. Februar 2017

HInter der Rhododendronhecke


Ich schaue aus dem Fenster hinüber zu der Rhododendronhecke, die unseren Garten vom Nachbargrundstück trennt, auf die dahinter im Dunst dieses trüben Februarnachmittages liegende ziegelrote Fassade des Nachbarhauses. Ich sehe unseren langjährigen Nachbarn bekleidet mit dunkelgrauer Wollmütze und hellem Wintermantel an einer Hausecke auftauchen, zwischen Hauswand und den Rhododendren langsam seinen Weg fortsetzen und um die  andere Ecke wieder verschwinden. Nach kurzer Zeit erscheint seine Mütze wieder an der Ecke, die er gerade eben umrundete, und nun geht er den gleichen Weg zurück, biegt um die Hausecke, wo seine graue Mütze das erste Mal auftauchte. Diese langsame Wanderung verfolge ich mit erstaunlichem Interesse. Schon das vierte Mal sehe ich durch vereinzelte Lücken im dunkelgrünen Rhododendronblattwerk wie die hellen Flecken von Mütze und Mantel in eben dieser Weise von rechts nach links und dann von links nach rechts langsam an der Hauswand entlang schweben.
Ich denke darüber nach,warum diese alltägliche Szene eines in seinem winterlichen Garten umherstreifenden Nachbarn meine Aufmerksamkeit weckt, zu  einer so intensiven Beobachtung Anlass bietet, mich fragen lässt,was ihn wohl zu dieser Wanderung veranlasste, was ihm durch den Kopf geht unter seiner Strickmütze während er dort umherstromert.
Es gibt wohl Phasen und Umstände im Leben, die gekennzeichnet sind durch eine deutlich geschärfte Sinneswahrnehmung für unsere Umgebung, die uns umgebende Natur, für die Menschen, Tiere und Pflanzen in unserem Lebensraum, wo jedes kleinste Detail unseres Alltags, unseres Tagesablaufes Gewicht und Bedeutung erfährt.
Vielleicht hat unser Nachbar nur  mit dem Hochdruckreiniger die Steinplatten ums Haus abgespritzt.

Samstag, 11. Februar 2017

Vertretung

Unterweg in Vertretung.
Den „Markt“ austragen an einem klarer Januartag.
Der kleine blaue Handwagen rollt geräuschlos hinterher,
und wird leichter.
Ein paar flache Reihenhäuser am Beginn meiner Reise
befreien mich gleich merklich.
Selten treffe ich Menschen hier am Samstagmorgen.
Wie ausgestorben liegt das Dorf im Winterschlaf.
Hier und da einer mit Hund.
Auch mal ohne, eilend zur Bahn.

Wiesengrund. Die Reihenhäuser.
Oft höre ich drinnen Stimmen und Geräusche.
Die Fenster der Toiletten schauen nach vorn.
Die Briefkästen sind verschieden.
Gern nehme ich den Hocker mit dem Stein.

Immer sauber geharkte Fläche
verhindert mein Hiersein ohne Spur.
Den Harker, oder sie, hab´ ich noch nie gesehen.

Dorfstrasse.
Die vier Häuser auf der anderen Seite mache ich auf dem Rückweg.
Auf der Wiese wälzen sich zwei schwarze Islandpferde wonnig im zarten Schnee.
Ein Hund tobt bellend drumherum.
Eines springt auf, geht mit gesenktem Kopf auf diesen los.
Er weicht zurück,
wird abgerufen mit lautem Pfiff.
Unten im Tal steigt weißer Rauch aus dem Schornstein des Gasthauses.
„Vorsicht, Gefährlicher Hund“

Im Winkel.
„Bitte Tor immer sorfältig schließen“
Ein alter Mann mit Mütze und Ohrenklappen kreutzt meinen Weg.
Der Schlitten, besetzt mit Enkelkind, schrabt über wenig Schnee.
Ein Hund folgt nach.
„Achtung, Wachsamer Nachbar“
 
Dann Rosenweg.
Zeitungsrollen, Klappenschlitze in gemauerten Torpfosten,
einfach nur ´ne Kiste unter Dach, enger alter Blechkasten mit ramponiertem Deckel, amerikanische mailbox zum winke winke machen.
„2x Markt bitte“

Forstweg.
Der ist lang.
Zieht sich. 
Einseitig bebaut, auf der anderen der Wald.
Kläffende Hunde, hetzend hinter Zäunen.
„Hier hat der Boxer das Sagen“, mit Bild.
Ganz hinten das alte Forsthaus, schweigend bewohnt, ohne Förster.
Den langen Weg zurück.
 
Dann Kupfermühler Weg.
„Jeden Dritten beißt der Hund!  Zwei waren heute schon hier“
6x „Markt“ landen im Pflegeheim auf dem Heizkörper im Flur.
Es riecht nach Mittagessen.
Freundlich grüßt ein Raucher vor der Tür.
Dann noch runter ins Tal zum Restaurant.
Auf Kopfsteinpflaster über das Wehr der alten Mühle.
Zwei Gänse fauchen böse .
Den Rest dann zum Container am kleinen Bahnhof.
Fertig