Hallo Liebes Schwesterchen,
Wir waren gestern abend wieder ganz in Deiner Nähe,
haben uns, wie Mittwochs immer, am Schmalenbeker getroffen.
Liv, war da, Peter, Andreas und ich.
Es war gewittrig, aber warm
und wir haben uns in das kleine Brunnenhäuschen auf dem Friedhof gesetzt.
Heute morgen wachte ich auf und war durcheinander.
Ich hatte geträumt.
Unterschiedlichstes Zeug an unterschiedlichen Orten.
An den letzten kann ich mich aber erinnern.
Ganz genau.
Wir waren gemeinsam auf Reisen.
Am Baikalsee in Sibirien.
Es war Sommer.
Du gingst einen kleinen Abhang hinunter zum Wasser,
und liefst auf den See hinaus.
Er war vereist.
Im Sommer.
Du trugst ein rotes Kleid und schwarze Pömps.
Sie klackerten auf dem Eis.
Ich war völlig irritiert und wollte Dir hinterher.
Das Eis trug mich nicht.
Ich rief Dir hinterher,
aber Du gingst immer weiter.
Immer weiter.
Ich wartete dann am anderen Ende des Sees,
denn da mußtest Du ja ankommen.
Dort war eine kleine Badestelle.
Du kamst naß aus dem Wasser.
Ich nahm Dich auf den Arm und trug Dich weg.
Du warst ein kleines Kind.
Ich wollte Dir dann trockene Kleider anziehen,
aber Du drehtest Dich weg.
Du wolltest nicht, dass ich Dir helfe.
