Die
Osternacht war lang gewesen. Bis morgens um halb drei Uhr früh haben wir wieder ums
Feuer gesessen, sind dem von kurzen Windboen in unberechenbare Richtungen
stiebenden Funkenregen ausgewichen, haben mit von der Hitze und dem Wein
glühenden Gesichtern rauchend dem langsamen Verglühen der dicken frisch geschlagenen
Baumstämme zugesehen.
Das
morgendlichen Erwachen brachte die Vorstellung der zertrampelten Wiese, des
abgegrasten Terrassentisches überseht von halb leer gegessenen Tellern, Gläsern voller Weinpfützen und
leeren zerknüllten Plastikverpackungen, von letzten Baumstammleichen, die im angekündigten leisen
Nieselregen auf der feucht dampfenden Feuerstelle vor sich hin räucherten.
Ich
hörte vereinzelte Stimmen der von den
Kindern früh Geweckten bei den Frühstücksvorbereitungen.
Ich
wollte jetzt nicht aufstehen und mich
dazu gesellen, zwischen den verkaterten Gestalten der unausgeschlafenen Erwachsenen und den
vergnügten aufgeregten Stimmchen der Kinder meine düstere Stimmung im Zaun
halten müssen.
„
Möchtest du Frühstück im Bett?“
„Ja,
gerne.“
Ich
schloss die Augen und ließ mich noch mal wegdämmern. In Erwartung des am
Wochenende üblichen geschmackvollen Tabletts, den zwei Brötchenhälften mit
Lieblingsaufschnitt auf meinem Lieblingsteller und heißem Kaffee in der
Lieblingstasse, öffnete ich wieder die Augen und sah auf einen kalkweißen
Teller mit drei blassen Brötchenhälften mit mir fremder aschfarbener Wurst belegt. Keinen Kaffee.
Ich
nahm einen Bissen und legte die Brötchenhälfte wieder auf den Teller zurück,
schob den weißen Teller auf dem weißen
Laken weit von mir weg, wälzte mich herum und drehte dem ganzen farblosen Zeug den Rücken zu.
Der
Kaffeebecher kam später. Er stand in
einer hellbraunen Kaffeelache auf einem noch weißeren Teller.
Ich
bin trotzdem aufgestanden, obwohl sich meine Gesichtshaut kalkweiß
anfühlte. Ich hab mir dann sicherheitshalber eine Sonnenbrille aufgesetzt bis
die Sonne wirklich überraschend hinter den winterkahlen Geäst der Akazie durchkam und mein abgekühltes Herz auftaute. Danach war die allgemeine Stimmung auch ohne dunkle Brille betrachtet, erstaunlich ausgelassen.
