Was ist es eigentlich, das
uns ganz bestimmte Momente, Episoden, Bilder unserer Vergangenheit erinnern
lässt, während die meisten vergessen werden? Was
macht einen Schotterpfad durch eine Tannenschonung bemerkenswert oder einen schmalen Streifen
Sandstrand beim Leuchtturm? Es gibt unzählige von erlebten Momenten und ich
habe einen von Tannen überschattetetn Schotterweg ausgewählt als einen der
Höhepunkte meines Erinnerns an unsere
Ferien. Der Pfad brachte uns überall hin. Entweder durch warme Pfützen oder auf heißem Schotterboden zu den anderen, vereinzelt hinter Gestrüpp im Wald
verteilten Hütten, zur Straße, die links zum Zeltplatz und rechts zum Steilufer und zum Laden führte und die wir überquerten, um über die
große Brachwiese zum Meer zu gelangen. Zum Brennesselfeld, zum
Klohäuschen, zum Kickerspiel am Kiosk, zu den kleinen hellen Fleckchen Wiese
dazwischen mit hoch stehenden Gräsern,
wenn es schön war, plattgedrückt vom Regen, wenn es goss. Wir waren immer
barfuß oder in Gummistiefeln. Lulu und Konsti
saßen abwechselnd im mit blau-weißen NIVEA Fahnen bewimpelten Bollerwagen zwischen den Schwimmringen, Handtüchern und Schaufeln.
Mittwoch, 28. August 2013
Sonntag, 25. August 2013
Hundertmark
Schon gestorben stehst Du wieder auf
Hast rote Segel
Wirst bei Flaute gerudert
Liegst an der Boje im Wind
Verlierst das Ruder im Sturm
Liegst am Leuchtturm auf Grund
Durchpflügst die Angelleinen
Wirst abgebunden
Gestrandet auf der Seite
Begleitest und erfreust uns einen Sommer
Dein Preis ist Dein Name
"Hundertmark"
Hast rote Segel
Wirst bei Flaute gerudert
Liegst an der Boje im Wind
Verlierst das Ruder im Sturm
Liegst am Leuchtturm auf Grund
Durchpflügst die Angelleinen
Wirst abgebunden
Gestrandet auf der Seite
Begleitest und erfreust uns einen Sommer
Dein Preis ist Dein Name
"Hundertmark"
Samstag, 24. August 2013
Die Schwarzen Männer
Die schwarzen Männer waren wieder da.
Wir konnten sie nur noch nicht sehen.
Sie bedrohten uns täglich, und dennoch machte sich der hoffnungsvolle Zug, bepackt mit Badesachen, Schwimmringen, Bällen und nicht zu vergessen den, jedes Jahr obligatorisch neu gekauften, zweiteiligen Plastikfähren, auf den Weg zum Strand am Leuchtturm.
Es war eigentlich kein einladender Strand mit vielen Steinen, aber wenn wir diese und die meterbreiten vor sich hinfaulenden Seetangstreifen geschafft hatten, wurden wir belohnt durch zwei große breite Sandbänke mit flachem Wasser. Schwimmen konnten wir noch nicht, und das erreichen der "Zweiten" war immer eine große Sache und manchmal eine kleine Heldentat
Auch waren wir hier ziemlich alleine.
Strankörbe gab es hier noch nicht, und der erste der sich hier festsetzte, war dann der unsrige.
Er kam, es war im zweiten oder dritten Jahr, als immer größer werdendes Ungetüm, schon lange vor Ankunft sichtbar, auf dem Rücken des Vermieters schaukelnd daher.
Vorerst aber lagerten wir direkt am Zaun, der die Dünen schützte, ungeschützt.
Noch wehte uns Sand auf die Decken, aber die schwarzen Männer erhoben sich schon, wurden zahlreich und brachten Regen.
Wir hockten dann unter irgendwelchen Planen, die am Zaun befestigt wurden und hielten durch.
Jeden Tag.
Das Mittagessen, welches uns dann, wenn wir wieder "oben" waren, erwartete, war immer großartig, auch wenn ich gar nicht mehr weiß, was es eigentlich so gab.
Nachtisch gab es immer!
Und dann machten wir Mittagsschlaf.
Wir konnten sie nur noch nicht sehen.
Sie bedrohten uns täglich, und dennoch machte sich der hoffnungsvolle Zug, bepackt mit Badesachen, Schwimmringen, Bällen und nicht zu vergessen den, jedes Jahr obligatorisch neu gekauften, zweiteiligen Plastikfähren, auf den Weg zum Strand am Leuchtturm.
Es war eigentlich kein einladender Strand mit vielen Steinen, aber wenn wir diese und die meterbreiten vor sich hinfaulenden Seetangstreifen geschafft hatten, wurden wir belohnt durch zwei große breite Sandbänke mit flachem Wasser. Schwimmen konnten wir noch nicht, und das erreichen der "Zweiten" war immer eine große Sache und manchmal eine kleine Heldentat
Auch waren wir hier ziemlich alleine.
Strankörbe gab es hier noch nicht, und der erste der sich hier festsetzte, war dann der unsrige.
Er kam, es war im zweiten oder dritten Jahr, als immer größer werdendes Ungetüm, schon lange vor Ankunft sichtbar, auf dem Rücken des Vermieters schaukelnd daher.
Vorerst aber lagerten wir direkt am Zaun, der die Dünen schützte, ungeschützt.
Noch wehte uns Sand auf die Decken, aber die schwarzen Männer erhoben sich schon, wurden zahlreich und brachten Regen.
Wir hockten dann unter irgendwelchen Planen, die am Zaun befestigt wurden und hielten durch.
Jeden Tag.
Das Mittagessen, welches uns dann, wenn wir wieder "oben" waren, erwartete, war immer großartig, auch wenn ich gar nicht mehr weiß, was es eigentlich so gab.
Nachtisch gab es immer!
Und dann machten wir Mittagsschlaf.
Mittwoch, 21. August 2013
Zu zweit
Bis zu den
Sommerferien, in denen ich meine Flöte zerbrach, trugen wir unsere Flöten jeden
Mittwoch in zwei kleinen braunen Taschen hoch bis zur Hütte auf halber Höhe der
Anhöhe. Auf dem Gipfel eines Ausläufers der Rauhen Berge oben das große weiße
Haus mit den tempelartig geschwungenen Dächern unter großen, einzeln stehenden
Kiefern. Wie auf alten japanischen Paravents. Auf der Lichtung darunter ihre
kleine Baracke, in der wir inmitten von hunderten von auf allen freien Flächen
des winzigen Raumes verteilten Steinen, Muscheln, Kräutern, Kerzen, Zimbeln,
Tannenzapfen, Kristallen und Totems unsere Flöten auspackten.
An jeder Biegung des
Pfades hinauf waren wir stehengeblieben, hockten uns hin, führten Gespräche, stritten
um einen gefundenen scharfkantigen Feuerstein bis aufs Blut, das unsere Hände entlang lief. Machte nichts. Wir standen
lange mit glitschigem Lehm an den Schuhen und unseren braunen Flötentaschen da, auf der Lichtung vor ihrer
Tür, wo sie zwischen brennenden Kerzen
auf uns wartete. Meistens öffnete sie, bevor wir uns bemerkbar gemacht hatten.
Immerhin waren wir zu
zweit.
Sonntag, 18. August 2013
Sommerflöten
Gegen unseren Willen mussten sämtliche Block- und Altflöten mit in die Ferien, obwohl sie in Haus 7 zwischen den Tannen eindeutig nichts verloren hatten. Völlig unmöglich schien uns das Herumstehen mit Flöte zwischen den Lippen, das Hineinblasen des Atems bei offener Sommertür, beim Duft der Wiese, dem Geruch nach Seetang und Strandhafer. Haus 7 gehörte den Tannen, den Booten mit halb verwesten stinkigen Seesternen, in Spiritus eingelegten Wollhandkrabben und der in Eimern angerührten Quallenmatsche. Haus 7 gehörte auch der Hochseiltruppe Traber, den in Pappeln festhängenden Schnattern, der Tapete mit dem immer wiederkehrenden Motiv des auf einem Bein hüpfenden Mädchens im bunten Rock ebenso wie der blau gepunkteten Schüssel mit Grießbrei, die an Regentagen im Laufschritt von Amma im Schutze des kleinen Pfades zwischen Hüttenwand und tropfender Dachrinne um die Hausecke herum bis zum Esstisch mit der goldgelben Wachstuchdecke getragen wurde.
Das dunkle Holz meiner Altflöte, ihre runden löchrigen Aussparungen für die Finger, der doppelte runde Schmuckwulst am Mundstück, das blütenkelchig auslaufende untere Ende fest im Schraubstock meiner wütenden Knie, mit beiden Fäusten gepackt, eine Hand oben, die andere unten, zerrte ich an ihrer tutigen Flötenseele bis das Holz splitterte.
Am gleichen Tag noch brachte Hans Henning eine Regentonne ohne Boden und stabilen Draht zur Schienung der zerstörten Flöte. In der Nacht bin ich dann gemeinsam mit einem Lanki im Schlaf vom oberen Etagenbett gestürzt.
Freitag, 16. August 2013
Große Ferien: Haus 7
Und dann ist wieder Leben in Haus 7
Die Betten werden besetzt
Streit bricht aus.
Ums Haus herum zum Klo
an der Kette gezogen
verärgert schnorchelt der Wasserkasten
langbeinige Spinnen kleben an der gekalkten Wand
ein Finger kommt zaghaft näher
hochbeinig machen sie sich davon
der Wasserkessel pfeift
Die Betten werden besetzt
Streit bricht aus.
Ums Haus herum zum Klo
an der Kette gezogen
verärgert schnorchelt der Wasserkasten
langbeinige Spinnen kleben an der gekalkten Wand
ein Finger kommt zaghaft näher
hochbeinig machen sie sich davon
der Wasserkessel pfeift
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