Mittwoch, 21. August 2013

Zu zweit




Bis zu den Sommerferien, in denen ich meine Flöte zerbrach, trugen wir unsere Flöten jeden Mittwoch in zwei kleinen braunen Taschen hoch bis zur Hütte auf halber Höhe der Anhöhe. Auf dem Gipfel eines Ausläufers der Rauhen Berge oben das große weiße Haus mit den tempelartig geschwungenen Dächern unter großen, einzeln stehenden Kiefern. Wie auf alten japanischen Paravents. Auf der Lichtung darunter ihre kleine Baracke, in der wir inmitten von hunderten von auf allen freien Flächen des winzigen Raumes verteilten Steinen, Muscheln, Kräutern, Kerzen, Zimbeln, Tannenzapfen, Kristallen und Totems unsere Flöten auspackten.
An jeder Biegung des Pfades hinauf waren wir stehengeblieben, hockten uns hin, führten Gespräche, stritten um einen gefundenen scharfkantigen Feuerstein bis aufs Blut, das unsere  Hände entlang lief. Machte nichts. Wir standen lange mit glitschigem Lehm an den Schuhen und  unseren braunen Flötentaschen da, auf der Lichtung vor ihrer Tür, wo sie  zwischen brennenden Kerzen auf uns wartete. Meistens öffnete sie, bevor wir uns  bemerkbar gemacht hatten.
Immerhin waren wir zu zweit.


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