Gegen unseren Willen mussten sämtliche Block- und Altflöten mit in die Ferien, obwohl sie in Haus 7 zwischen den Tannen eindeutig nichts verloren hatten. Völlig unmöglich schien uns das Herumstehen mit Flöte zwischen den Lippen, das Hineinblasen des Atems bei offener Sommertür, beim Duft der Wiese, dem Geruch nach Seetang und Strandhafer. Haus 7 gehörte den Tannen, den Booten mit halb verwesten stinkigen Seesternen, in Spiritus eingelegten Wollhandkrabben und der in Eimern angerührten Quallenmatsche. Haus 7 gehörte auch der Hochseiltruppe Traber, den in Pappeln festhängenden Schnattern, der Tapete mit dem immer wiederkehrenden Motiv des auf einem Bein hüpfenden Mädchens im bunten Rock ebenso wie der blau gepunkteten Schüssel mit Grießbrei, die an Regentagen im Laufschritt von Amma im Schutze des kleinen Pfades zwischen Hüttenwand und tropfender Dachrinne um die Hausecke herum bis zum Esstisch mit der goldgelben Wachstuchdecke getragen wurde.
Das dunkle Holz meiner Altflöte, ihre runden löchrigen Aussparungen für die Finger, der doppelte runde Schmuckwulst am Mundstück, das blütenkelchig auslaufende untere Ende fest im Schraubstock meiner wütenden Knie, mit beiden Fäusten gepackt, eine Hand oben, die andere unten, zerrte ich an ihrer tutigen Flötenseele bis das Holz splitterte.
Am gleichen Tag noch brachte Hans Henning eine Regentonne ohne Boden und stabilen Draht zur Schienung der zerstörten Flöte. In der Nacht bin ich dann gemeinsam mit einem Lanki im Schlaf vom oberen Etagenbett gestürzt.
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