Manchmal vergeht unbegreiflich
viel Zeit, bis einem ein Licht aufgeht, eine Lösung gefunden, eine
Erleichterung geschaffen ist für ein
bestimmtes Problem. Es kann Jahre dauern, bis ein imprägniertes Segeltuch über einer Sitzecke auf der Terasse gespannt wird, ein Sofa vor den Kamin gerückt wird, der
jahrelang ins Leere flammte.
Gestern Abend, alle Lampen waren schon gelöscht, nur durch die Ritzen der Holzstäbe von der, über eine
funzelige Birne gestülpten, chinesischen Tasche im Flur fiel noch ein wenig Helligkeit auf die Dielen und das
Deckenlicht über dem grünen Ledersofa spendete ein wenig Orientierung. Ich
war barfuß und schon im Schlafanzug und suchte nach einer Strategie, ohne
Hilfsmittel und Schuheanziehen mein in der hintersten und dunkelsten Ecke des Wohnzimmers
auf dem Tisch liegengebliebenes Buch zu
holen. Ich wollte schon aufgeben, saß schon auf dem Rand des Ledersofas und streckte meinen Arm nach den
Schuhen aus, aber dann rappelte ich mich wieder auf, hob die Arme, streckte sie
so weit es ging seitlich neben mir aus und segelte leicht und erstaunlich
aufgerichtet durch den bedrohlich dämmrigen Raum auf mein Buch zu, nahm es an
mich und segelte ebenso zurück in die Sicherheit des Lichtes.