Sonntag, 26. April 2020

Die Zeit steht still


Time stands still with gazing on her face
Stands still and gaze for minutes
Houres and yeares, to give her place
All other things shall change
But shee ramaines the same
Till heavens changed have their course
And time hath lost his name.

                                                       John Dowland


Hallo Schwesterchen,
da bin ich mal wieder.
Das oben ist die erste Strophe eines Liedes von John Dowland.
Wir haben oft darüber gesprochen,
und ich finde es immer noch unglaublich schön.
Und es paßt auch gut in die Zeit und den Zustand der Welt.

Die Zeit steht still.
Die ganze Welt steht still.
Es geht ein unheimlicher und für viele Menschen gefährliches Virus um.
Wir haben hier Kontaktsperre, und dürfen uns nicht mit anderen treffen,
höchstens in kleinsten Gruppen mit nicht mehr als zwei Personen,
 müssen dabei ganz viel Abstand halten.
Viele Geschäfte waren für Wochen geschlossen, 
die Schulen und Kindergärten auch, und sind es immer noch.
Und keiner weiß, wie es eigentlich weiter gehen soll.
Uns geht es dabei noch gut.
In vielen anderen Ländern ist es alles viel schlimmer.

Dieses Wochenende wollten wir eigentlich unser Geschwistertreffen abhalten,
wollten zu Konstantin und von da aus auf ´ne Hallig fahren.
Aber es mußte ausfallen.
Lucie kommt gar nicht aus London raus,
und irgendwo hinfahren ist auch verboten.

Zu Peter fahre ich auch nicht.
Seit vier Wochen treffen wir uns aber jeden Mittwoch draußen am "Schmalenbeker".
Ganz bei Dir in der Nähe.
Wir sitzen da, gleich vorne, auf einer Bank,
mit einem Glas Wein und ner Zigarette
und schauen den Wasservögeln bei ihrem abendlichen Spektakel zu.
Die Gänse haben schon kleine Küken.