Hey Alter,
ich muß gerade
mächtig an Dich denken.
War gerade in
Dagebüll.
Was abliefern am Hafen.
Für Föhr.
Danach dann am Deich
entlang und angehalten.
Rauf da und den Wind
um die Nase wehen lassen.
Weites Land.
Viel Gras und
Schafe.
Und Windräder ohne
Ende.
Auf´m Rückweg
nicht zur Autobahn,
sondern die B5
runter Richtung Husum.
Und dann fuhr da
dieser Zug.
Genau auf dieser
Strasse sind wir vor ca. 45 Jahren langgegangen.
Es war Nacht und
eisekalt.
Herbstferien, nach
unserer Klassenfahrt mit Köhnke.
Zehnte Klasse. Nach
Dänemark.
Silkeborg, Odensee,
Faborg.
Was wollten wir
eigentlich da?
Egal.
Wir sind
dann nochmal los.
Du, Jörn und ich.
Schnüssi hat uns
nach Gelting gebracht, zur Fähre nach Sonderburg.
Da wollten wir gar
nicht hin, wollten trampen, nach Jütland.
War aber von hause
aus verboten.
Also Nebelkerze!
Und kaum war er weg,
Daumen raus und ab
in die andere Richtung.
Nach Silkeborg, in
die JH. Hatte uns gefallen.
Wir waren jetzt die
einzigen Gäste.
Die Lampe, die Du
vor ein paar Wochen mit einem gezielten Kissenwurf von der Decke
geholt hattest, war immer noch kaputt.
Es war Scheißwetter.
Wir haben eigentlich nur Karten gespielt.
Dann irgendwie
vorzeitiger Abbruch
und ab Richtung
Heimat.
Jörn trampte
allein, wir zusammen.
Zu dritt wären wir
unmöglich weggekommen.
Irgendwie sind wir
dann an die Westküste geraten.
Tonder!
An der Grenze natürlich gefilzt.
An der Grenze natürlich gefilzt.
Weiter nach Niebüll.
Und dann war Ende.
Wir sind die Nacht
über diese verfluchte Landstrasse langgegangen.
Niemand nahm uns
mit,
und eisiger
Fahrtwind der LKW´s zwang uns immer wieder an die Seite.
Zu Rauchen war auch
nichts mehr da.
Tabak noch´n Rest,
aber keine Blättchen.
Wir haben dann aus
´ner alten Pfeiffe geraucht, die Du noch aus einer Deiner Taschen
zaubertest.
Und dann dieser
schön warm beleuchtete Zug.
Er rauschte vorbei.
Lange schauten wir
hinterher.
War bestimmt mollig
geheizt,
und in zwei
Stunden in Hamburg.
Half uns aber
nichts.
Irgendwie kamen wir
dann gegen morgen weg.
Nach Schleswig an
die A7.
Kriegten dann einen
Laster nach Hamburg.
Es war ein „Däne“,
ein alter Skania Vabis mit Riesiger Schnauze und kleinen Fenstern.
In der Kabine stank
es nach alten Socken, Schweiß und Ölsardinen.
War auch egal.
Wir sackten schnell
weg in dieser muffigen Wärme.
An der „Budapester“
auf´m Kiez standen wir dann wieder draußen, fuhren mit der U-Bahn
aus der Stadt, versteckten uns noch hinter einer Telefonzelle,
weil Dein Alter
gerade vorbeifuhr auf dem Weg zur Arbeit.
Sollte keiner
wissen, dass wir wieder da sind.
Wir trampten dann zu
Jörn und lungerten noch einige Tage in seiner Mansarde herum,
schlugen Zeit tot
und spielten Karten.
War ´ne tote Zeit
Und irgenwie nichts los.
Oder doch?
Die Seite gefällt mir sehr gut!
AntwortenLöschenJep, die Seite fibde ich ebenfalls toll, aber das schrieb ich ja schon..
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