Sonntag, 20. Dezember 2015

Zurechtgerückt

Ich radle durch die Dunkelheit des Dezembermorgen zur Arbeit.
Wenige Tage noch bis Weihnachten.
13 Grad plus und Nieselregen.
Ein Wetter zum schlechte Laune kriegen.
Meine ist gut.

Mein Fahrrad hat Licht.

Mein altes blaues Damenrad aus den Siebzigern hat schon eine Weile ausgedient.
Jahrelang hat es bei jedem Wetter oft tagelang auf mich gewartet.

Am Bahnhof.

Dann ist es müde geworden und nun gestorben.
Das Licht ging schon lange nicht mehr.
Das Neue ist ein langweiliges Herrenrad.
An die blöde Stange muß ich mich erst gewöhnen.
Sie ist im Weg, und der kühne Schwung des Beines über den Sattel muß wieder geübt werden.

Es ist eigentlich alles wie immer kurz vor Weihnachten morgens kurz vor acht.
Die Straßen sind großartig ausgeleuchtet.
Noch sieht das kaum jemand.
Der kleine Weihnachtsmarkt schläft noch.
Die Menschen eilen schweigend ihrem Tagwerk zu.
Die am Straßenrand aufgestellten Tannenbäume stehen etwas schief im Nieselwind
größtenteils ihres Schmuckes beraubt,
der abseits liegt.

Sie werden später schon zurechtgerückt.

Die Ampel geht von „Grün“ auf „Rot“.
Ich warte,
Fahre weiter.
Das rote Tuch hängt dort an seinem Platze,
und  winkt mir zu.

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