Donnerstag, 15. Mai 2014

Gedankenfetzchen



Ich wollte mir etwas Wichtiges notieren, als wir vier unterwegs waren. Es war am ersten  Abend an der Küste in Eastbourne glaub ich, in der Pizzeria. Ich hatte aber keinen Zettel und Stift dabei. Ich hatte noch daran gedacht, mein Notizheft und Kuli einzustecken, als ich meine Sachen packte, kurz bevor ich losfuhr. Hab es gelassen, dachte, dies wäre keine Zeit für Kritzeleien.
Noch in der Pizzeria, eine halbe Stunde später, hatte ich es noch gewußt, hatte es mir extra nochmal eingeprägt, geglaubt, damit wäre die Sache gesichert in meinem  Hirn abgespeichert. Wir hatten sogar noch darüber geredet.
Ich muss alles sofort hinkritzeln. Ich vergesse die Hälfte meiner Einfälle. Sie  verschwinden trotz meiner eiserner Konzentration und meines festen Willens, bevor ich wieder an einen Stift komme.
Ich muss an meine Angewohnheit denken, jedes Mal, wenn ich  eine Zeile in mein Notizheft geschrieben habe, meine Hand mit dem Stift zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger über das Geschriebene hinweg über die Heftseite gleiten zu lassen. Von links unten nach rechts oben. Je öfter ich das mache, umso weniger ist es nur einfach eine Bewegung mit der Handfläche übers Papier. Es verwandelt das erst einmal schnell Skizzierte, Hingeworfene in etwas Bedeutendes. Ein liebkosendes Streichen der Hand über meine Gedankenfetzen.

                                                 
                                           

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