Lange habe ich nicht in so einem Waggon
der Bahn gesessen.
Es ist so einer, wie sie schon lange
nicht mehr fahren, mit Fenstern, die man noch per Hand
herunterschieben kann, und genau diese Fenster ließen mich
zurückdenken. Ungefähr 40 Jahre ist es her, und doch noch wie
gestern.
Wie wir Jungs, die meisten waren noch
Schüler, wie ich, uns am Freitag nachmittag versammelten am Bahnbetriebswerk Langenfelde, bei Herrn Starke unsere Wagennummer mit
Belegungsliste entgegennahmen, gespannt auf den
Dienstplan schauten, um zu sehen mit welchem Reiseleiter wir diesmal fahren würden, und dann, nach den üblichen Ermahnungen, über die endlosen Gleise des Abstellbahnhofs zogen, um unseren Zug zu finden, auf dem wir nun das Wochenende verbringen würden.
Dienstplan schauten, um zu sehen mit welchem Reiseleiter wir diesmal fahren würden, und dann, nach den üblichen Ermahnungen, über die endlosen Gleise des Abstellbahnhofs zogen, um unseren Zug zu finden, auf dem wir nun das Wochenende verbringen würden.
Hergefahren war ich mit der S Bahn, und
dann später mit meinem kleinen Auto, einem Fiat 850, der so
verrottet war, das man durch das Bodenblech die Straße sah, und die
Beifahrertür zugeschweißt war, da sie sonst beim Öffnen
herausfiel. Aber es war mein ganzer Stolz und verdient hatte ich mir
ihn mit diesem Job als Liegewagenbetreuer bei der SBG,
der SonderzugBetriebsGesellschaft der TUI.
Es waren wunderschöne dunkelblaue
Waggons, mit dem Schriftzug "Touropa" an der Seite, und „unsere“ hatten wir bald gefunden, und auch das
„Aufrüsten“, das Ausstatten der einzelnen Abteile mit dem
nötigen Bettzeug war schnell erledigt.Dann saßen wir meist rauchend in der
offenen Waggontür, oder trafen uns am Speisewagen, wo wir uns noch
mit den zu verkaufenden Getränkepaletten einzudecken hatten.
Irgenwann ging dann ein leichter Ruck
durch den Zug, und wir wußten, dass nun unsere „110“ vorgespannt
war, und bald schlängelte sich die endlose Wagenreihe über die
Abstellgleise.Ich stand immer am offenen Fenster und
habe es genossen. Dieses Geräusch, wenn sich die Räder über die
Weichen schoben, oder es kreischend in enge Kurven ging, und der Zug
zuletzt quietschend im Altonaer Bahnhof ankam und unsere Reise durch
die Nacht begann.
„Kreiensen Kreiensen, hier ist
Kreiensen“! Diese Lautsprecherdurchsage ist mir immer noch im Ohr.
Es ist ein Städtchen zwischen Hannover und Göttingen. Es kamen
dann noch Bebra und Fulda, und ab da schliefen fast alle meine Gäste, und
ich stand wieder am offenen Zugfenster, schaute in die Nacht und
genoß den kühlen Fahrtwind und das „Tadangtagang Tadangtadang“
der eisernen Räder auf den Schienen. Ich war unterwegs.
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