Ich hielt meine Augen geschlossen, saß still auf dem dreibeinigen Hocker
im Atelier unseres Vaters. Ich hörte das Geräusch seiner Sohlen auf dem
Steinfußboden, wie er seine Skulptur umkreisend mal stehenblieb, mal zwei drei Schritte weiter ging, das leise
Schaben seines Werkzeuges an dem noch feuchten Ton, ein leises Quietschen des
drehbaren runden Arbeitstisches, das
Plätschern und Tröpfeln des Wassers in der Tonwanne, wenn er einen neuen
Tonklumpen herauslöste oder einen eingetauchten
Lappen auswrang.
Von draußen drangen jetzt Stimmen durch die Fenster, ich
hörte meinen Namen rufen, meine Geschwister riefen mich. Es schreckte mich auf
aus meinem Lauschen, ich wollte weiterhin nur dieses kribbelige
Vibrieren meiner Ohren in der Dunkelheit, kniff meine flatternden Augenlider
wieder fest zu, ließ einfach die Rufe draußen geschehen und war dankbar, dass
auch mein Vater einfach ruhig weiter seine Skulptur umkreiste und ich noch ein Weilchen da in der Stille und Abgeschiedenheit seines Ateliers auf meinem Hocker sitzen
bleiben und den leisen Klängen zuhören konnte, die seine Arbeit begleiteten.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen