Donnerstag, 19. Dezember 2013

Amok




Wenn ich so wie heute morgen an meinem ersten Ferientag ein paar Tage vor Weihnachten noch vorm Zähneputzen und in meinem Leopardenmuschelmorgenmantel meinen Apple aufsuche, mein Blick nach kurzem Streifen von Mails, Blog und  Gesichtsbuch durch das  trübe Glasrechteck zwischen den Fenstersprossen nach draußen auf die von Bindfadenregen getränkten schwarzen  Äste der Bäume schweift, auf den verdreckten gelben Fußball zwischen den neu entstandenen Maulwurfshügeln, überkommt mich das anmaßende und ungerechte Verlangen diese Welt zu zerstören, eine alles umfassende Abschaffraserei.
Bei aller Anstrengung und dem Einsatz sämtlicher mir zur Verfügung stehender Vorstellungskräfte, trotz besseren Wissens und lebenslanger  Erfahrung, gelingt es meiner Phantasie  nicht,  ein  Bild von knospendem Leben, von strahlendem Neubeginn  herauf zu beschwören.
Angestachelt durch meine Zerstörungsgelüste, scheinen  Äste, Maulwurfshügel und Fußball sich bereit zu machen  gleich klirrend  durch die Fensterscheibe auf mich zu stürzen, ihre eigene Winterverlorenheit an mir auszulassen.
Wie vor dem Angriff eines Rudels mich schützend, auf einer Stelle stehend wild um mich selbst kreiselnd, den Prügel in der Faust herumwirbeln.
Ich hab es nicht mal geschafft, die angewärmte Milch aus dem kleinen Milchtopf in meinen Kaffeebecher  zu gießen ohne zu kleckern. Obwohl der Milchtopf an einer Seite eine kleine Tülle hat.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen