Die Pumpe hinterm Haus war schon einige
Zeit abgebaut.
Wir hatten jetzt ein WC und ein
Badezimmer mit fließend kaltem Wasser.
Im Durchgang zwischen Bauern- und
Wohnzimmer war es entstanden.
Ein schmaler Durchgang führte von dem
einen ins andere, mit einer schmalen,zweibrettrigen grob gezimmerten Tür
zum Wohnzimmer hin, die oben gerundet war.
An der Außenseite dieses Ganges war
jetzt ein Kleiderschrank eingebaut,
zur anderen Seite hin ging es ins
Badezimmer.
Dieses war sehr schmal und eng. Links war
ein Waschbecken und geradezu eine Sitzbadewanne,
und ein mit Holz zu feuernder weiß
emaillierter Badebeuler, der später durch einen elektrischen
ersetzt wurde.
Darüber führte der Querzug des
Schornsteins, und wenn der Schornsteinfeger da war, hörten wir ihn
hier immer besonders gut rascheln, denn er mußte in den Schornstein
hinein, und von drinnen fegen. Einsteigen tat er in eine große
eiserne Klappe in der Diele und wir warteten immer gespannt, bis er
oben aus dem Dach herauskam, und dann auf dem Schornsteinkopf stand,
uns fröhlich zuwinkte und mit seinem Werkzeug hantierte.
Baden war immer ein gewaltiger Angang.
Der alte Boiler mußte eingeheizt werden, und ich erinnere mich noch
gut an das Geräusch, wenn das Wasser darin kochte. Oft schoss es
auch kochend heiß aus dem Hahn, und wir durften niemals selbst daran
rühren. Gebadet wurde dann meist zu zweit und mit viel Spielzeug und
es gab eigentlich immer Streit. Meistens darum wer wie lange im
„Tiefen sitzen durfte“. Wir hockten immer so lange in der Wanne,
bis wir geholt , und dann sauber ins Handtuch gewickelt und mit
frischem Schlafanzug ins Bett mußten.
Weniger beliebt war das Haarewaschen.
Das Schampoo gab es in kleinen eckigen Kunststoffkissen, die geöffnet
wurden, indem eine Ecke einfach abgeschnitten wurde. Ich erinnere
diese Kissen nur in gelb oder weiß. Bohnerwachs gibt es bis heute
noch in ähnlichen Verpackungen, nur größer und mit
Schraubverschluß.
Unsere Köpfe hingen beim Haarewaschen über dem
Waschbecken, und es gab immer ein riesen Geschrei:
"Es brennt! Es brennt!"
Denn die Seife lief
uns in die Augen, während wir auf das warme Wasser warteten, welches unsere Mutter immer im
Tauchsieder aus der Küche holen mußte, und es dauerte natürlich, bis alle
Seife ausgespült war.
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