Montag, 22. Februar 2016

Der Totenschädel



Zu unserem Haushalt gehört seit einigen Jahren ein kleiner täuschend echt aussehender Totenschädel aus Plastik, den ich vor Jahren im Aquarienhandel gekauft hatte. Erst schmückte er meinen Baba Jaga Zopf bei einem Bühnenauftritt mit Hexenspektakel, dann lag er zwei Jahre am Rande eines bemoosten Wassertellers zwischen Steinen, Muscheln Spinnen und Holzborken im ausrangierten und trocken gelegten Aquarium hinterm Haus, wo unser ältester Enkel Jungfrösche hielt. Lange Zeit blieb er unbeachtet in einer Ecke auf dem Fenstersims meines Arbeitszimmers liegen und die letzten beiden Sommer hatte er seinen Platz neben der großen Chinavase draußen auf dem Terrassentisch.
Als ich vorhin noch ein paar Holzscheite für den Kamin holen wollte, fiel mein Blick kurz auf den mit einer Plane winterfest verpackten Tisch und blieb an dem Totenschädel hängen, der zusammen mit einem Aschenbecher in Schildkrötenform und einigen herabgewehten Blättern und Zweigen in einer kleinen Pfütze auf der grünen Plane lag.
Plötzlich wollte ich ihn nicht mehr in meiner Nähe haben. Ich habe ihn mit spitzen Fingern angefasst und in hohem Bogen über die Hecke zum Nachbarn  rüber geschleudert.


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