Obwohl
es heute morgen wieder kalt und windig war, mit Temperaturen um 4 Grad, Böen
von fast 50 kmh und Graupelschauer angesagt waren und ich etwas mutlos durchs
Fenster sah, entschloss ich mich doch, das Angebot meines Töchterchens, mich
mit dem Auto zur Arbeit zu bringen, auszuschlagen und mit dem Motorroller zu
fahren. Ich hievte mich eingepackt in Skihose, Rollkragenpullover, zwei dicken
Wolljacken unter winddichtem gefütterten Anorak, gegürtet mit dem Nierengurt
von „Reusch“, zu doppeltem Umfang angeschwollen auf den Rollersitz. Als ich mir
den Helm aufsetzte, zwei Schals um Hals und Gesicht zurrte und mir mir klammen
Fingern die Handschuhe umständlich anzog, schien mir meine Entscheidung etwas rätselhaft.
Doch
schon nachdem ich Ahrensburg hinter mir gelassen, die vielen engen Kurven von
Bünningstedt genommen hatte, den kalten Fahrtwind am Gesicht, spätestens
aber auf der langen Geraden Richtung Ammersbek, reckte ich den vermummten Hals,
wurde mir froh ums Herz. Rechts und links die winterlichen Felder, vorbei an Knicks und schiefen Zäunen, die kleine Weiden und
Äcker voneinander trennen, an zwei im Dunst dicht aneinander geschmiegten grasenden
Pferde neben einem wackeligen Unterstand, vorbei an den Kopfweiden in der Ferne
vor den ersten Häusern des Ortes. Ein gerodetes Stück Land, eine Scheune mit zwei dunkelgrün gestrichenen zweiflügeligen Toren. Mit vom Fahrtwind
tränenden Augen hinter dem Visier grinste ich hinter meinen Schals, flogen meine Augen über die
Weite.
Morgen
gibt’s nur 3 Grad. Dann zieh ich eben noch ein Wollhemdchen drunter.
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