„Allein, das Leben baut nichts auf,
wozu es nicht die Steine anderswo abbricht“
An diesem Satz, geschrieben von Robert
Musil in „Der Mann ohne Eigenschaften“ blieb ich hängen.
Nun ist das keine
Weisheit, die großes Erstaunen auslöst, aber es derart wunderbar in
Worte zu fassen, ist schon fantastisch und lies mich
innehalten. Ein Stein, ein Klumpen Erde, eine Schaufel Sand, sogar
eine Windböe, begibt sich nur an einen anderen Ort, wenn sie dem
derzeitigen entnommen wird. Niemals wird etwas mehr. Es wird
lediglich verrückt, verschoben. Und nun habe ich darüber gebrütet,
ob dies denn wirklich nur für die greifbaren Dinge gilt, oder etwa
auch für unser Gedanken, unser Denken im Allgemeinen. Gibt es
überhaupt neue Gedanken, Erkenntnisse, Theorien, oder ist alles
Denken immer schon vorhanden und wird nur hier und dort neu
zusammengesetzt, irgendwo entnommen, dort vergessen, um hier neu zu
entstehen. Fischen wir beim Denken nur in einem großen
galaxienartigem Pool nach Teilen, die zu neuen Erkenntnissen, für
uns, oder bei großen Denkern, für die Menschheit, führen, aber
eigentlich immer vorhanden waren, nur anders zusammengesetzt.
Haben wir etwas
vergessen, kurz, oder für immer, weil jemand anders in seinem Denken
gerade stärker war und dieses Teil gerade in seinem Puzzle brauchte?
Und, wenn wir diesen
verrückten Kram weiterspinnen kommen wir schnell an den Punkt einmal
zu hinterfragen: „Was ist Denken eigentlich? Woraus bestehen
Gedanken?“ Nun gut, es ist eine Form der Arbeit unseres Gehirns.
Aber sind Gedanken Materie? Haben sie Masse, also meßbares Gewicht?
Sie können doch nicht einfach „Nichts“ sein, „Nichts“ im
Sinne von physikalischer Greifbarkeit.............
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