Dienstag, 8. Oktober 2013

Füße




Füße sind gut, solange man sie nicht spürt. Das kleinste  Bläschen, die winzigste Schrunde, Delle, Schramme, Quetschung, die feinsten unsichtbaren Löcher, Wespenstiche, Risse, Hühneraugen und Hornstellen, an anderen Körperteilen kaum wahrnehmbar, an den Füßen geht das gar nicht. Und wenn die Füße dann noch klettern sollen, rauf und runter, querfeldein über Gebirgspässe und Wüsteneien, Pfade finden müssen, die nur auf russischen Armeekarten existieren, fest umschlossen und eingepackt in Treckingstiefel, benehmen sie sich wie die zimperlichste Prinzessin auf der Erbse.(Eigentlich eher  wie zwischen  den Erbsen). Wenn alle Socken, Kniestrümpfe und Pflaster  blutig gelaufen sind, kann man immerhin noch Fußlappen benutzen.
Und, Marigold, wenn dich deine Füßchen jemals wieder durch diese ochsenblutrote Tür in der quer durch einen  Garten gezogenen Mauer tragen sollten, sag Bescheid. Dann kommen wir alle gelaufen, auf welchen Füßen auch immer. Barfuß, in Gummistiefeln, Knobelbechern,  Waldbrandaustretern, in Ballerinas, Stilettos, Jesuslatschen  auf Botten und sogar ohne Füße.


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