Füße sind gut, solange man sie
nicht spürt. Das kleinste Bläschen, die
winzigste Schrunde, Delle, Schramme, Quetschung, die feinsten unsichtbaren
Löcher, Wespenstiche, Risse, Hühneraugen und Hornstellen, an anderen Körperteilen kaum
wahrnehmbar, an den Füßen geht das gar nicht. Und wenn die Füße dann noch
klettern sollen, rauf und runter, querfeldein über Gebirgspässe und Wüsteneien,
Pfade finden müssen, die nur auf russischen Armeekarten existieren, fest
umschlossen und eingepackt in Treckingstiefel, benehmen sie sich wie die
zimperlichste Prinzessin auf der Erbse.(Eigentlich eher wie zwischen den Erbsen). Wenn alle Socken, Kniestrümpfe und Pflaster blutig gelaufen sind,
kann man immerhin noch Fußlappen benutzen.
Und, Marigold, wenn dich deine
Füßchen jemals wieder durch diese ochsenblutrote Tür in der quer durch einen Garten gezogenen Mauer tragen sollten, sag Bescheid. Dann kommen wir alle gelaufen, auf welchen Füßen auch immer. Barfuß, in Gummistiefeln, Knobelbechern, Waldbrandaustretern, in Ballerinas, Stilettos, Jesuslatschen auf Botten und sogar ohne Füße.
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