Unser Sohn hatte als kleiner
Junge die Angewohnheit, die letzten Silben seiner
gesprochenen Worte noch einmal mit stummen Lippenbewegungen zu formen, als
müsse er sich des Ausgesprochenen noch einmal vergewisssern, ihnen Gewicht und
Würde verleihen.
Ein anderes Phänomen des Widerhalls begegnet mir nicht nur mit Melodien, die mir zwischen Abend und Morgen nicht mehr aus dem Ohr gehen wollen, es betrifft auch
gesprochene Sätze aus Tags zuvor geführten Gesprächen, Fragmente einer
Unterhaltung oder auch nur einzelne Gedankenstränge aus meinen eigenen, im
Stillen mit mir selbst geführten Auseinandersetzungen zu Themen, die mich
beschäftigen.
Wie ein lang anhaltendes Echo vom Einschlafen über die Stunden der Nacht hinweg rüber zum
Erwachen, klingt in meinem Ohr nach, was mich etwas angeht.
Im Grunde keine schlechte
Entdeckung, denn auf diese Weise trennt mein inneres Echolot die Spreu vom
Weizen, was angesichts der sich verkürzenden Lebenszeit umso wichtiger
erscheint.
Bleibt nur zu hoffen, dass die
Echorufe in meinem Kopf sich weiterhin gesittet und übersichtlich auf das
Wesentliche beschränken und nicht in einer Kakophonie von sich ineinander
verhedderndem, in die Quere kommenden Geplärre mündet.
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