Einer der letzten Kioske dieser
Art hat erst vor einem viertel Jahr aufgegeben. Am U- Bahnhof Kiekut konnten sich
Schulkinder bis zuletzt aus bauchigen Bonbonieren, die auf der Fensterbank
standen, Stück für Stück ihre Lieblingsteile in kleinen bunten Körbchen zusammenstellen
und an der Kasse wurden diese dann einzeln herausgenommen, ihr Preis in die Kasse
getippt, und dann verschwanden sie in kleinen, blau gepunkteten Tüten.
Heute gibt es andere Läden. Als
ich vorhin bei Penny an der Kasse wartete, die beiden flachgelegten
Weinflaschen, die Zahnbürsten und die Tüte mit den Weingummiteddies beobachtete, wie sie auf dem Band langsam
nach vorne zuckelten, sah der Kassierer zu drei Kunden hoch, sagte
freundlich Hallo, verabschiedete sich
lächelnd und wünschte einen guten Tag.
Wie viele Leute laufen durch so
einen Laden am Tag? In den wenigen Minuten, die ich dort wartete, standen schon drei
an der Kasse vor mir, und hinter mir
wartete auch noch jemand. Also ungefähr fünf in fünf Minuten. In einer Stunde zwölf
mal fünf und das ganze mal acht. Fast vierhundert.
Natürlich weniger, das geht ja nicht den ganzen Tag so weiter. Die Hälfte? Als ich
meine Sachen nahm, überhörte ich die
Frage nach einem Tragebeutel und blickte
verwundert auf den Kassierer mit dem Namensschild auf der hellblauen
Kitteltasche, auf den am Taschenrand festgeklemmten Kugelschreiber. Tag für Tag
in geschlossenen Räumen zwischen Regalen vor der Kasse zweihundert Mal lächeln, die gleichen Worte sagen, eine
Tüte anbieten. Fast wäre mir schwindlich geworden, und ich lehnte mich kurz an
den Rahmen der Eingangstür und atmete
ganz langsam ein-und aus.
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