Ich
habe ein Youtube Video aus Syrien gesehen. Nach einem Bombenangriff in Aleppo. Ein
paar Männer hören etwas unter dem Schutt eines zerbombten Hauses. Sie scharren
an einer Stelle, vielleicht haben sie
eine kleine Bewegung im Geröll bemerkt, den leisen Stoß eines Armes oder eines
Beines, ein Wimmern gehört.
Die
Männer heben die Brocken, schreien und kratzen den Mörtelstaub weg. Es ist ein
kleines Kind, vielleicht anderthalb Jahre alt. Erst ist nur ein Arm und der
Kopf frei, die Männer brüllen, reden alle durcheinander. Einer zeigt dahin,
einer an eine andere Stelle. Da, hierhin, nein eher da unten. Sie sprechen sich
nicht ab. Das Freudengebrüll ist unglaublich, als langsam auch der Brustkorb
aus dem Geröll herausragt. Der kleine
Toddler schreit überhaupt nicht. Ein Mann reibt ihm mit beiden Händen den
Oberkörper, die Ärmchen, umfasst ihn von hinten, küsst ihn, umarmt ihn. Das
Kind beginnt, abwehrend seine Hände vors
Gesicht, vor die Augen zu halten. Noch
ist es vom Nabel abwärts eingeklemmt. Es weint immer noch nicht. Seine Kleidung
ist blutig. Es muss Schmerzen haben und Mörtelstaub in Augen, Ohren und Mund.
Die
Männer schreien, das Kind ist still.
Es
ist mir unmöglich, auf „gefällt mir“ zu gehen, obwohl das Kind äußerlich unversehrt aus den Trümmern geborgen wird.
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