Der rote Ziegelboden in diesem Atelier
voller Gipskleckse
wie oft habe ich dort gestanden
oft unerwünscht „Was willst Du?“
aber hin und wieder wurde ich
hinzugezogen
von ihm
und um Meinung gefragt
ich war dann immer stolz
denn von meinem künstlerischen
Verstand hielt er sonst nicht viel
ich wußte dann nicht viel zu sagen
und er hat mir dann seine Idee dazu
erklärt
Beindruckt war ich immer
wenn ich ihn da wirtschaften sah
mit seinen hölzernen Tonspachteln
es war die Zeit der riesenhaften
Betonskulpturen
deren Fertigstellung am Ende immer zum
Kampf wurde
wenn dann gegossen wurde
und die riesigen Gipshohlformen zur
Hälfte im Erdreich steckten
und dann mit Beton gefüllt
so schwer waren
dass sie drohten
dort zu bleiben
oder bei der Bergung zu zerbrechen
aber der eigentlich viel zu kleine
„Vierteltonner“
Flaschenzug hat es dann doch immer
geschafft
Und Tobias war dann immer zur Stelle
und andere auch
Besonders beeindruckt hat mich
die Skulptur mit den großen Zähnen
Was für ein Kampf im Winter gegen den
Frost
als sie
noch in Ton
mit feuchten Lappen umhüllt
drohte kaputtzufrieren.
Fertig in Beton stand sie dann vorne
vorm Haus
auf einem Betonsockel
und bleckte die Zähne
zur Strasse hin
Es war Sommer
Ich kam aus der Schule
er war mit einem Vorschlaghammer dabei
sie zu zerschlagen
Die Teile wurden dann vergraben
Jahrzehnte später wurden sie wieder
ausgegraben
von anderen Menschen
die jetzt in dem Haus wohnten
sie haben den Kopf wieder aufgestellt
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