Donnerstag, 25. Juni 2015

"Siebensechsunddreißig"

Es hat die ganze Nacht geregnet
Ich nehme, wie so oft, den Zug "Siebensechsunddreißig"
und steige ein.
Es ist schon außergewöhnlich voll.
“Ein Wagen weniger“ schnappe ich auf,
außerdem habe ich den Wagen erwischt, der „oben 1. Klasse hat“,
und der ist unten immer besser belegt als die anderen.
Es sind noch Plätze frei,
doch ich gehe durch und entscheide mich erst am Ende des Waggons,
bereue dies dann sofort.
„Warum bloss mache ich immer wieder diese Fehler?“
Weitergehen, möchte ich aber auch nicht.
Also drängele ich erst mal die Knie eines Schlafenden beiseite
und nehme ihm gegenüber Platz.
Ich muß mich leicht nach außen biegen, da der Herr neben mir einen großen Teil des mir zustehenden Raumes mit einnimmt, und auch keine Anstalten macht,
dies zu ändern.
„Soll ich dies hinnehmen, oder meinen Teil beanspruchen?“
Ich entscheide mich für „Beanspruchen“, und fange an zu drängeln.
Ich übe erst nur leichten Druck aus, aber dies erweist sich als erfolglos.
Also mehr.
Der Herr ist mit seinem Handy beschäftigt und ich mache jetzt zunehmend Druck.
Die starke Berührung mit dem Arm dieses Nebenmannes ist mir recht unangenehm,
aber ich halte durch.
Mit einem genervten Seufzer zerrt dieser dann doch sein Gepäck neben sich vom Sitz und gibt mir Raum.
Ich feiere den Sieg zufrieden, hole mein Buch aus der Tasche und ärgere mich nicht mehr.

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