Unseren Schlafplatz haben wir
damals in der ehemaligen Garage eingerichtet. Die Garage ist ein schmaler Anbau
neben der Küche und eine kleine braune aus Holz gezimmerte Tür führt in den halb
verwilderten Garten. Ein dunkles Bambusrollo ist über dem kleinen Fensterquadrat im oberen Drittel der Tür angebracht und vor den beiden Fenstern an
der gegenüber liegenden Wand zwei japanische Jalousien aus Holzlamellen. In dem schmalen Geviert aus grob verputzem halben Stein ist nicht viel mehr
Platz als für unser schwarzes Metallbettgestell, weil vor der kurzen
Wandseite mittig ein alter Heizkörper weit
in den Raum hineinragt. In kalten
Winternächten ist es trotzdem eisig und wir breiten über die Bettdecken noch die
doppelt gewebten Lamadecken aus.
Wenn ich auf der anderen Seite
des Raumes etwas holen möchte, muss ich über das Bett hinweg krabbeln. An
beiden Seiten des Bettes ist nur noch Platz für einen kleinen Nachtisch mit Lampe
zur Ablage von Büchern, Zeitungen, Aschenbechern und Weingläsern und zwischen Tür und Fenster passt noch ein schmales Rattanregal für Schuhe.
Es ist ein schöner und
ausgefallener Schlaf- und Liegeplatz. Ich schaue vom Bett aus nach oben auf die
Balken des Dachstuhls, zwischen denen sich dichte Dreiecke aus Spinnweben von
Ecke zu Ecke und von Balken zu Balken spannen
und wenn ich die Tür aufmache, ist
es fast, als stünde das Bett im Freien. Vor der Tür haben wir einen kleinen
Eingangsbereich geschaffen aus vier Gehwegplatten und die offene Tür kann ich
mit einem hellroten Ziegelstein fixieren, an dessen schmalen Seiten noch
Mörtelreste hängen, damit der Wind sie nicht zuschlägt. Direkt hinter der
offenen Tür rankt sich ein wilder Hundsrosenstrauch in einem geschwungenen
Bogen bis zur Dachecke. Wir haben ihn mit einem dicken Seil hochgebunden und an
der massiven mit Schnitzereien verzierten Holzkonstruktion des Dachträgers festgezurrt,
damit ich in den Garten sehen kann. Vor dem Bett auf dem dunkelroten Läufer
liegt unser großer Tigerkater.
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