Sonntag, 2. August 2015

Sommerurlaub

Wie oft war ich nun schon hier, und immer wieder ist es ein besonderer Moment.
Langsam schiebt sich unser kleines Boot durch die enge verschilfte Ausfahrt der Beek, und dann liegt er wieder vor uns. Weit und schmal streckt sich seine Wasserfläche nach Norden. Am rechten Ufer sind noch ein paar Bootshäuser, sonst gibt es hier nur Wald und Wasser. Der See ist heute spiegelblank, nur ein leichter Wind von Süden kräuselt das Wasser hier und dort. Er kann auch anders. Dann springt er einen an, schwarz und bedrohlich, mit weißen
Schaumkronen auf dem Wasser. Dann gibt es einen schönen Tanz. Aber heute tanzt er nicht mit uns, heut´wiegt er uns sanft und der leichte Wind treibt uns langsam dahin. Es sind Sommerferien und es ist trotzdem wenig los. Weit entfernt sind noch zwei weitere Paddler, ansonsten sind wir allein. Zwei Schwäne gründeln am Ufer und einige Blässhühner und Haubentaucher mit ihren jetzt halbwüchsigen Jungen spielen auf dem Wasser. Auf einem der Bootshäuser sitzt wartend ein Angler, auf einem Steg zwei Enten, dösend in der Sonne. Es ist noch früh am nachmittag, aber wir werden heute hier bleiben, uns einfach treiben lassen und die Stille geniessen. Drüben am Ufer gab es mal einen Campingplatz. Er wurde vor 20 Jahren geschlossen. Das Rezeptionsgebäude steht noch und die Trockenklos, einfach so im Wald, mit zerdepperten Scheiben und rausgerissenen Türen. Vergessen. Aber der Wald holt sich alles wieder zurück. Bald wird nichts mehr übrig sein. 
Kleine Buchten gibt es hier, die ehemaligen Badestellen, noch nicht ganz zugewachsen vom Schilf.
In einer davon stellen wir unser Zelt auf, nur wenige Meter vom Wasser. Mehr brauchen wir nicht. 
Abends lauschen wir den Geräuschen des Waldes und dem leisen Plätschern des Sees. Ein paar Enten schwimmen vorbei, ein Rohrsänger macht ordentlich Konzert. Irgendwann schlafen wir ein, und werden aufwachen mit dem Gurren der Tauben oben in den Kiefern.



  

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