Donnerstag, 13. August 2015

Das rote Haus


Jaron  umklammert  den hellen, vom Meer gerundeten Stein fest, die  Faust an seinen Bauch gepresst.
„ Jaron, der gehört Jelva. Gib ihn zurück!“
Die Stimme seines Vaters ist klar  und bestimmt. Seine Kusine Jelva steht vor ihm, hält ihre geplünderte Steinesammlung in der Plastiktüte hoch über den Kopf und streckt eine Hand nach ihrem Stein aus. Jarons  Faust  mit dem Stein schnellt hinter seinen Rücken.
„ Der gehört mir, der ist von meinem Jungen.“
Beim Sprechen  hält er den Kopf gesenkt, der  leichte Silberblick seiner tiefbraunen Augen verengt sich. Dann blickt er auf und direkt und sicher in unsere  fragenden Gesichter.  Ja, es gäbe immer mal wieder diesen "seinen Jungen“ werden wir von den Erwachsenen  aufgeklärt  Wir  murmeln uns schmunzelnd etwas über Jarons   Phantasie  zu.
„ Nein,“ widerspricht Jaron bestimmt und fixiert uns mit zusammengezogenen Brauen.
 „ Mein Junge wohnt hinten in einem roten Haus.“
Manchmal möchte Jaron  nach dem Kindergarten zu seinem Jungen in dem roten Haus fahren. Aber niemand weiß, wo das rote Haus ist, in dem Jarons Junge wohnt.  



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