Der kleine wunderschön abgelegene Zeltplatz liegt an einem tief blauen fast türkisen Gebirgssee im französischen Zentralmassiv. Er ist auf vier Terassen angelegt und unser Bulli steht auf einer der mittleren Ebenen fast ganz am Ende des Weges.
Wohin ich auch gehen möchte, ob
ich aufs Clo muss, es mich zum See runter zieht oder die kleine Bar mich lockt,
muss ich entweder den unwegsamen, mit störrischem Gestrüpp und fußangeligen Rankerwurzeln bewachsenen Wall hinter unserem Bus
hochklettern oder aber an der Reihe der Camper links von unserem Platz
entlanghumpeln, muss mir zwischen auf dem Rasen liegenden Handtüchern meinen
Weg suchen, um die in den Weg ragenden Tische, Boote, Schwimmtiere und
Campingstühle herumtaumeln.
Meistens warte ich, bis alle zum Wasser
runter gegangen sind oder für einen Drink hoch in die kleine Bar. Jetzt ist früher Nachmittag, meine Tasche ist gepackt, die Weinflasche, Schwimmzeug, mein Buch und Handtücher verstaut, alle sind unterwegs, der Weg wäre frei
für mich, nur unsere direkten Nachbarn, ein holländisches älteres Paar, sitzen
seit dem Frühstück an der gleichen Stelle direkt auf dem schmalen Spalt
zwischen ihrem dicken Wohnwagen und den Zelten auf der anderen Seite des Weges.
Sie schauen auf das imposante fast 2500 m hohe Bergmassiv, das hinter dem Wasser aufragt.
Je länger sie da so sitzen, umso
blöder erscheinen mir die Profile ihrer Gesichter, umso plumper ihre Gestalten,
schuppiger ihr Haar und fahler ihre von der Sonne ausgedörrte Haut.
Sogar die gewaltigen Berge, auf
die ihre starren Blicke hinter den Sonnenbrillen gerichtet sind, verlieren ihre
Schönheit und schrumpfen zu dumpfen grauen Steinbrocken zusammen, der herrliche
klare See droht zu kippen, zu einer öden
Wasserlache zwischen Steinwülsten zu verschwimmen.
Ich entscheide mich für den Wall, und wenn ich ihn auf allen Vieren
nehmen muss.
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