Mittwoch, 13. Juli 2016

Still halten



Ein Traum der letzten Nacht. Eine Szene in einer mir fremden Umgebung, ein Gebäude, ein  Haus.

Ich bin mit hohem Tempo auf meinem Segway in einen engen Schacht gestürzt, eine Art steile Kellertreppe hinuntergepoltert, schaffe es aber durch heftiges Zurücklehnen meines Oberkörpers, mich samt Segway wieder nach oben schnellen zu lassen. Nun schaue ich gemeinsam mit der Hausbesitzerin und einigen anderen Menschen runter in den engen Schacht und sehe meinen älteren Bruder dort unten. Vielleicht wollte er mir helfen, ist hinterher gesprungen. Mein Bruder hält seinen Kopf eigentümlich starr und unbeweglich und jetzt sehe ich auch warum: Nur wenige Zentimeter neben seinem Gesicht erkenne ich in ähnlich starrer Haltung den riesigen Kopf eines Zähne fletschenden Höllenhundes.  Die Lefzen sind hoch gezogen und allen ist klar: Bei der kleinsten Regung meines Bruders wird er sein Gesicht zerfleischen, sich in seinem Genick, seiner Kehle festbeißen.

Immer noch hält mein Bruder seinen Kopf in dieser Bewegungslosigkeit aber lange wird er es nicht mehr aushalten, der Kopf wird zu schwer werden, wird nach vorne kippen oder zur Seite weg. Die Herrin des Hundes schaut konzentriert hinunter, dann im Raum umher und ihr Blick bleibt an ihrer Jacke hängen, die über einer Stuhllehne hängt.

Sie reißt die Jacke vom Stuhl und wirft sie geschickt auf die erstarrte Szene unten im Schacht, sodass die Jacke meinen Bruder einhüllt, seine Schultern, Arme und seinen Kopf bedeckt.

Das Tier entspannt sich, schnuppert an den von der Jacke bedeckten Armen, der Schulter und dem Gesicht meines Bruders, wendet sich ab  und verschwindet ruhig in der Dunkelheit der Tiefe. 
Wo ist eigentlich meine Jacke?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen