Mittwoch, 20. Juli 2016

Ins Schwarze



Sssst-Plop! Ein Pfeil  saust über das hochstehende Gras  und fällt in das Beet unter der Akazie. Gekleidet in meinen dunkelbraunen Kunstfellmantel, den Bogen in der linken  und mit lässig an der Hüfte baumelndem Köcher erscheint unser elfjähriger Enkel um die Hausecke und nähert sich unserem Tisch.
Mein Bruder ist zu Besuch. Wir sitzen zu dritt um den großen Tisch draußen auf der Terasse. Das  Gespräch kreist um unseren siebzehnjährigen Neffen. Der Wind bläht das über den Platz  gespannte Segeltuch und lässt die Teleskopstangen tanzen.
„ Er lässt nichts an sich ran. Über nichts kann ich mit ihm sprechen. Nicht mal ansprechen, lässt er sich von mir.“
Mein Bruder greift nach seinem Weinglas, bevor er fortfährt.
„ Nichts darf ich fragen, mich nach nichts erkundigen, ohne dass er aufbraust und ausfallend wird.“
Die Augen des Elfjährigen huschen aufmerksam unter den dunklen langen Ponyfransen umher, von meinem Bruder zu uns und wieder zurück, bevor er sich mit ernster Miene meinem Bruder zuwendet.
„ Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden: Ein kleinerer Junge.“
Er setzt einen Pfeil an den Bogen, dreht den Körper seitwärts, spannt die Sehne und schießt.



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