Freitag, 3. Mai 2013

Rock `n roll


Wenn wir  einfach so los fuhren, mit dem Fahrrad, dem  Roller. Wenn ich allein war und ich keine Kopfsteinpflasterstraßen  fahren wollte, auch auf meinen  Rollschuhen. Wenn ich meine Rollschuhe anzog, kam manchmal dann schon Marygold  mit auf ihren kleinen Dingerchen. Wo Konsti eigentlich immer abblieb, weiß ich gar nicht mehr. Vielleicht gefiel ihm das nicht. Oder uns gefiel das nicht, weil er langsamer war als wir. Er konnte und wollte beim Fahrradfahren und Rollern einfach nicht mithalten. Wir hatten so unsere  zwei drei Plätze, wo wir  hin rollerten oder fuhren. Beim Kohlenhändler konnten wir unsere Räder und Roller  an die dicke Eiche lehnen, vorn im Hof, und mit dem Rücken am Stamm die dunklen Kegel aus Eierkohlen, Koks und Briketts ansehen,  Laster und ihre Ladeflächen, auf denen Männer mit schmutzigen Gesichtern  schwere Säcke auf- und abluden. Sie benutzten Tragetücher mit Kapuzen, in denen sie die Kohlensäcke auf ihre Rücken wuchteten. Mir gefielen Menschen, die mit etwas beschäftigt waren, die sich bewegten. Oder die Werkstatt vom Glasermeister oder dem Puppendoktor.
Der Eingang zum Glasermeister lag versteckt einige Treppenstufen hinunter, so dass sich die obere Kante des Türrahmens unter der Grasnarbe befand und über der unterirdischen Betondecke ein dichter Teppich aus gelben Taubnesseln. Beim Puppendoktor war es still, kühl und dunkel. Langhaarige Puppen mit Kleidern wie Aka sie anhatte, saßen auf den Wandbrettern und hatten richtige kleine Schuhe an  mit Schnürsenkeln und schwarzen Sohlen, die sie geradeaus über die Brettkante hielten.

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