Meine kleine Enkelin Leyla
hatte Sehnsucht nach einem eigenen Schlitten. Ich hab ihr einen zum fünften
Geburtstag geschenkt. Seitdem warten wir beide auf den ersten Schnee, müssen still
halten bis die Welt aussieht wie auf Weihnachtskarten und Adventskalendern, wo zwischen von weißer Last tief hängenden Tannenzweigen langhaarige Hunde Schlitten mit Glocken
in Richtung unter Schneekuppen hervoräugenden
Hütten ziehen. Ich muss die nagelneuen blitzenden Kufen nicht
abschmirgeln und mit einer Speckschwarte einfetten, wie wir es damals mit
unseren alten rostigen Dingern taten. Ich werde
mit dem neuen Schlitten und Leyla drauf durch die Straßen trödeln, vielleicht
erst noch über die Einkaufsstraße und den Freitags Markt, durch eine
Bruegelsche Winterszene. Es fehlen nur die Buden und Maronenverkäufer vor
kleinen Feuerstellen. Statt Maronen gibt es gebrannte Mandeln.
Leyla und ich werden Milz- und
Todesbahn links liegen lassen und immer
wieder gemächlich die lange, breite langsame Opabahn runter gleiten.
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