Sonntag, 12. Januar 2014

Sehnsucht nach Bruegel


Meine kleine Enkelin Leyla hatte Sehnsucht nach einem eigenen Schlitten. Ich hab ihr einen zum fünften Geburtstag geschenkt. Seitdem warten wir beide auf den ersten Schnee, müssen still halten bis die Welt aussieht wie auf Weihnachtskarten und Adventskalendern, wo zwischen von weißer Last tief hängenden Tannenzweigen langhaarige Hunde Schlitten mit Glocken in Richtung unter Schneekuppen hervoräugenden  Hütten ziehen. Ich muss die nagelneuen blitzenden Kufen nicht abschmirgeln und mit einer Speckschwarte einfetten, wie wir es damals mit unseren alten rostigen Dingern taten. Ich werde  mit dem neuen Schlitten und Leyla drauf durch die Straßen trödeln, vielleicht erst noch über die Einkaufsstraße und den Freitags Markt, durch eine Bruegelsche Winterszene. Es fehlen nur die Buden und Maronenverkäufer vor kleinen Feuerstellen. Statt Maronen gibt es gebrannte Mandeln.
Leyla und ich werden Milz- und Todesbahn  links liegen lassen und immer wieder gemächlich die lange, breite langsame  Opabahn runter gleiten.



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