Donnerstag, 9. Januar 2014

Paroli


Bisher bin ich in meinem Leben ganz gut ohne Kerzen zurechtgekommen. Selbst in der Adventszeit machte sich kein Bedürfnis nach Kerzenlicht bemerkbar, außer natürlich  den vier roten Stumpen auf dem um Draht und gerolltes Zeitungspapier drapierten  adventlichen Fichtenzweigen  in den Zeiten des Familienlebens mit den Kindern.
Seit einiger Zeit krame ich jeden Morgen vergessene halb herunter gebrannte Stummel aus den Schubladen hervor, suche ich zwischen Topfdeckeln und dem alten Oetker Schulkochbuch nach herumliegenden Teelichtern, habe offenbar das Bedürfnis, Paroli zu bieten, gegen was auch immer anzuleuchten, habe Lust auf einen  kleinen, hell flackernden warmen Lichtpunkt neben meiner Chinatasse.
Offenbar wächst der Wunsch nach Schönheit mit der sich verringernden verbleibenden Lebenszeit. Für den Fall, dass  das so weiter geht und die Flammensehnsucht sich nicht mehr zufrieden gibt mit einer Lichtquelle, hab ich mir den siebenarmigen Leuchter schon in Reichweite gestellt.
Das muss fürs erste  reichen...


1 Kommentar:

  1. Schau mal aus dem Fenster, auch mal morgen so um 9:00, dann weißt Du gleich, gegen was Du anleuchtest. Viel Erfolg. Ich leuchte auch so gut es geht.

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