Bisher bin ich in meinem Leben
ganz gut ohne Kerzen zurechtgekommen. Selbst in der Adventszeit machte sich kein
Bedürfnis nach Kerzenlicht bemerkbar, außer natürlich den vier roten Stumpen auf dem um Draht und
gerolltes Zeitungspapier drapierten adventlichen Fichtenzweigen in den Zeiten des
Familienlebens mit den Kindern.
Seit einiger Zeit krame ich jeden
Morgen vergessene halb herunter gebrannte Stummel aus den Schubladen hervor,
suche ich zwischen Topfdeckeln und dem alten Oetker Schulkochbuch nach
herumliegenden Teelichtern, habe offenbar das Bedürfnis, Paroli zu bieten, gegen
was auch immer anzuleuchten, habe Lust auf einen kleinen, hell flackernden warmen Lichtpunkt
neben meiner Chinatasse.
Offenbar wächst der Wunsch nach
Schönheit mit der sich verringernden verbleibenden Lebenszeit. Für den Fall, dass das so weiter geht und die Flammensehnsucht
sich nicht mehr zufrieden gibt mit einer Lichtquelle, hab ich mir den
siebenarmigen Leuchter schon in Reichweite gestellt.
Das muss fürs erste reichen...
Schau mal aus dem Fenster, auch mal morgen so um 9:00, dann weißt Du gleich, gegen was Du anleuchtest. Viel Erfolg. Ich leuchte auch so gut es geht.
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