Sonntag, 3. November 2013
Der Tisch
Der Tisch stand im "Bauernzimmer"
aus rohen Brettern
grob gezimmert.
Quadratisch.
Gestrichen mit Xylamon braun, wie die Bank,
die ihn an zwei Seiten umrahmte.
Der Tisch war da und Mittelpunkt.
Hier wurde gegessen, gespielt,
vorgelesen,
Knetgummi verarbeitet,
Hausaufgaben gemacht,
Bilder gemalt,
geklebt, und vieles ausgeschnitten.
Bei "Langeweile " wurde mit Messer, Bleistiftspitze oder Fingernagel
der Dreck aus den Ritzen gekratzt,
oder Buntstiftzüge in ihnen hin und hergeschoben.
In der Adventszeit wurden hier
die bunten Sterne und Ketten gebastelt,
und kleine Stellbildchen aus schwarzem Karton
und Transparentpapier.
Er war Versteck beim Toben,
wurde mit Decken umhüllt zur Höhle,
und hier saßen wir gespannt mit Tante Imme,
als im Nebenraum Lucie zur Welt kam.
Später wurde er dann mit zwei Brettern an den Seiten vergrößert,
und Opa saß am Sonntag mit beim Essen.
Dann war gespannte Stille.
Heute steht er,
wieder in alten Maßen,
mit etwas verkürzten Beinen ,
hier auf der Terasse.
Er wird nicht mehr gebraucht.
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