Ich lag einige Tage im Bett wegen einer heftigen Mandelentzündung.
Das ungewohnte, durch ein nicht zu
bekämpfendes Schwächegefühl erzwungene Darniederliegen hat mir nach dem
Überstehen des anfänglichen extremen
Elendsgefühls ausnehmend gut gefallen.
Der Genuss des Rückzuges aus der
Welt mit all ihren Anforderungen war überwältigend. Zwischen Matratze,
aufgestelltem Kopfkissen und dem winterlichen Federbett, neben dem Tablett voller Taschentücher, Kopfschmerztabletten und
Gurgellösung und den nur kurzen notwendigen Ausflügen zum Klo oder in die Küche
eröffnete sich mir eine überraschend verführerische Welt. Nach den ersten zwei
Tagen, die ich abwechselnd schlafend und elend im abgedunkelten Zimmer
verdämmerte, entwickelten sich die Tage
der Rekonvaleszenz unter diesen Bedingungen fast zur wünschenswerten Zukunftaussicht. Ich hätte glatt so weiter
machen können. Etappen wohligen Wegdämmerns unterbrochen von kurzen Wachphasen,
die ich wahlweise mit einem Buch schräg
gegen meine aufgestellten Knie oder mit
dem Lapptop on the top of my lap
verbrachte, um mich nach kurzer Zeit der Konzentration wieder auf die Seite zu
drehen, die Augen zu schließen und mich erneut abzumelden aus der Welt
wichtigen Tuns, dauernder Präsens und ständiger
Bereitschaft für die Belange des Lebens.
Und es war ein bisschen wie Masern haben, wie ich damals in meinem Alkoven im Kinderzimmer unterm Reetdach lag am hellichten Tag, dem Rumoren unten in der Diele zuhörte, vereinzelte Rufe aus dem Garten zu mir herauf drangen, bevor ich hin- und her gerissen zwischen dem Wunsch die Treppe runter durch die Diele in den Garten zu laufen und meiner seligen Müdigkeit wieder einschlief.
Und es war ein bisschen wie Masern haben, wie ich damals in meinem Alkoven im Kinderzimmer unterm Reetdach lag am hellichten Tag, dem Rumoren unten in der Diele zuhörte, vereinzelte Rufe aus dem Garten zu mir herauf drangen, bevor ich hin- und her gerissen zwischen dem Wunsch die Treppe runter durch die Diele in den Garten zu laufen und meiner seligen Müdigkeit wieder einschlief.

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