Montag, 4. November 2013

Kilroy was here






Um diesen Tisch war immer Bewegung. Auf dem Tisch, unter dem Tisch, über dem Tisch, am Tisch, mit dem Tisch um den Tisch herum. Bewegungen haben mich schon immer interessiert. Ich beobachtete gerne Menschen, die mit etwas beschäftigt waren. Je mehr zu sehen war von den Bewegungen, um so schöner sah es aus. Am Schönsten  war es, wenn  gleich unter dem Stoff die Körperformen zu sehen waren. Dann konnte ich eigentlich erst so richtig etwas erkennen.
Nur aus diesem Grund lag ich damals in den Hecken versteckt und beobachtete den Kanalarbeiter Egon aus dem Verborgenen heraus. Egon  war auch immer in Bewegung, hatte im Sommer nur ein blaues Unterhemd an  über der lose mit einem braunen Gürtel zusammengehaltenen Manchesterhose.
Ich hätte einiges dafür gegeben, ihn auf diesem Tisch sitzen zu sehen, wie er sich mit seinem Zollstock den Dreck und Lehmmatsch von seinen Gummistiefeln kratzt, mit dem Ende vom Zollstock Strichmännchen, Pimmel und Gebilde, die das Aussehen von Muscheln oder Pflaumen haben, in die Bohnerwachsschicht der Bretter ritzt, oder zwei Augen neben einer großen langen  Nase, die zwischen  je drei Fingern links und rechts über einen Strich starren.  Zuweilen aber auch nur verträumt und absichtslos ineinander fließende Kreise und Ornamente.


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