Die Räder meines neuen Fahrrades
sausten über den glatten Asphalt des Radweges, verursachten ein leises
gleichmäßiges Surren. Ich sah kurz auf, rüber über die breite Straße und hinunter
in die Senke und auf das Wasser des fast zu einem kleinen Fluß sich
verbreiternden Baches neben der Straße. Zwischen zwei Büschen hindurch sah ich
die Skulptur eines etwas übergroßen Reihers, der auf einem ins Wasser ragenden Steg oder
ähnlichem platziert war. Regungslos, die
dunklen Flügel still und weit ausgestreckt zu beiden Seiten über das
Wasser gestreckt. Auch meinem zweiten kritischen Blick durch die nächsten vorbei fliegenden
Büsche bot sich der unveränderte Anblick
eines zwar außergewöhnlich gelungenen, aber eindeutig im Baumarkt oder im
Gartencenter gekauften und dort in Szene gesetzten und montierten
Plastikreihers.
Ich schaltete zwei Gänge hoch, entsprechend
meiner aufkeimenden Empörung über dieses Enttäuschungsszenario, nahm Geschwindigkeit auf, und war eigentlich schon
vorbei. Da wollte ich mich nochmal vergewissern, mich endgültigund abschließend
von seiner Unechtheit überzeugen. Ich schaute
über meine Schulter zurück, suchte die aufgerichtete reglose Kunststofffigur
und sah die atemberaubend lebendige,
dreimal ruhig mit den Flügeln schlagende Gestalt eines Reihers abheben. Schön.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen