Ich war zum ersten mal nach dreißig Jahren mit dem Rad in der Bahn unterwegs. Hier am Kiekut Bahnhof flott das Fahrrad die Treppen runter getragen, rein in die Bahn, in Volksdorf wieder Treppen runter, auf der anderen Seite den Fahrstuhl nehmen. Ein alter Herr mit Gehwagen hielt mir noch die Tür auf und so klemmte ich mich und mein Rad neben ihn in die kleine Kabine. Das Fahrrad war zu lang, das Hinterrad ragte um einige Zentimeter aus der Tür raus. Die Tür weigerte sich zu schließen, es rührte sich nichts. Auch mehrmaliges abwechselndes Knopfdrücken von uns beiden brachte keine Reaktion. Die beste Idee war, das Fahrrad zu verkürzen, indem ich es etwas in die Vertikale bzw. Diagonale anhob. Die Tür schloss sich lautlos, wir lächelten uns an und rauschten abwärts. Der Lautsprecher verkündete die Landung auf Gleis I und die Tür gab den Weg auf den Bahnsteig frei. Der Herr rüttelte an seinem Gehwagen, der mit meinem Lenker in innigster Umarmung festhielt, mein Rad hatte sich zwischen der linken Ecke, dem Gehwagen und der Fahrstuhltür verheddert, klemmte mit erhobenem Hinterrad und gesenkter Schnauze fest. Die Automatik tutete und erst das bereitwillige Eingreifen zweier oben auf den Fahrstuhl wartender Radler mit Nummern hinten am Sattel und in T- Shirts mit der Aufschrift:
konnten unsere unselige Aneinanderkettung lösen...
Ich muss mein süßes kleines kurzes Fahrrad wohl doch die Treppen hochtragen...


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