Sonntag, 17. Januar 2016

Beharrlichkeit



Als ich vorhin ein  herabgefallenes  Foto einer unser Enkelinnen wieder an die Fotowand zurückstecken wollte, hielt ich kurz inne, um es zu betrachten. Es zeigt die zu der Zeit    ungefähr Dreijährige beim Eiermalen. Den erhobenem Pinsel in der rechten Faust, hält sie mit der linken Hand ein leuchtend gelbes, auf einen dünnen Holzspieß gestecktes, halb fertig gemaltes Ei vor sich hin und betrachtet es mit vor Begeisterung weit geöffnetem Mund und strahlenden Augen. Da kam mir eine kleine Anekdote dazu wieder in den Sinn: 
Die Kleine hatte auf dem Schoß ihrer Mama vor der Fotowand gesessen und ihr ausgestreckter Zeigefinger war ihren über die Familienporträts huschenden Augen gefolgt. Während ihr  dreieckiges kurzes Fingerchen  über  einem Photo von mir  verharrte, gab sie  zu verstehen, das sei sie selbst,  hatte ihren eigenen süßen Namen schon klar und deutlich aussprechen können und dabei beharrlich auf mein ältliches  Gesicht gezeigt. Dann tippte sie auf die daneben hängende  Fotographie  von sich selbst beim Eiermalen und behauptete, das sei Oma. Selbst wiederholtes erstauntes Nachfragen meiner Tochter hatte kein Zaudern und kein Schwanken ausgelöst. Das hatte mir gefallen.



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