Donnerstag, 25. April 2013









Als ich heute Morgen in der Frühe   die Terrassentür öffnete, wehte mir der Wind  den Duft unseres blühenden Pflaumbaumes ins Gesicht. Bis vor  einigen Tagen war die riesige Baumkrone nicht mehr als schwarzbraunes Geäst. Ein abseits stehendes unbelaubtes Baumskelett. Fein  geädert wie  Blutgefäße,  geformt  aus Stamm, schwarzen Ästen und Zweigen.  Korallengewächs!  Eigentlich ist mir die Natur im Frühjahr  am liebsten. Wenn hinter dunklem Geäst  und  braunen Stämmen nur vereinzelt kleine Farbflecken zu sehen sind.  Erste Pinselstriche auf einer Bleistiftskizze; zwischen wintertrockenen Baumgerippen eine plötzlich auftauchende zarte, rötlich oder weiß  blühende Krone.
Als ich heute im frischen Wind auf der Terrasse stand, mit dem Blütenduft um mich her, tauchte ich ab in den verwilderten Garten  der Hoisdorfer Landstraße 48.   Wir liefen damals  raus in den Garten, wenn wir am Abend vorher schon die kleinen weißen Spitzen entdeckt hatten, noch umschlossen und eingepackt in den Knospen,   es  einfach in  der Luft lag an  den Tagen vorher. Manchmal schon in  Kniestrümpfen  Sandalen und nackten Beinen, drängelten wir uns gegenseitig die Treppe hinab, stürmten zu viert raus auf den Joringelpfad,  hinters Haus, wo der Kirschbaum bereit war, seinen  Blütenzauber zu entfachen.Wer die erste Blüte sah, war seliger Sieger und alle durften sich am Nachmittag in der Bahnhofskneipe bei Pukkies das erste  Eis des Jahres holen.



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