Montag, 29. April 2013

Versunkene Kathedralen



In meiner Vorstellung gleichen die ersten Bilder unserer Existenz den letzten. Manchmal nur ein Geruch, eine Bewegung, die Geste einer Hand, die Farbe und Beschaffenheit eines Kleides oder Mantels, ein bestimmtes Licht ein Klang.
Manchmal glaube ich mich erinnern zu können, eingehüllt in Decken zwischen den steil neben mir aufragenden, leise hin- und her schaukelnden Wänden meines Kinderwagens durch das Leben geschoben zu werden, an dem ich nur aus weiter Ferne schon teilnahm. Wo ich, mein Gesicht von einem fahlen gelblichen Verdeck beschattet, auf das Geraune um mich her lauschte, ohne etwas zu verstehen, ohne mich zu rühren, einfach nur so rücklings ausgestreckt die Wolkenfetzen am Himmel vorbeiziehen sah, die Baumkronen im Wind und einzelne Gesichter, die sich ab und zu vor Himmel und Bäume, vor eine Häuserecke oder eine Straßenlaterne schoben; wie ich von Armen auf- und hochgenommen wurde, einen kurzen Moment in der Schwebe blieb, um wieder zwischen Tüchern, Stoff, Haut und Atmen eingebettet zu werden.


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