Donnerstag, 11. April 2013

Das Floss

Nach der heldenhaften Zerstörung der gerade nicht besetzten  Burg, vom feindlichen Stamm als Festung errichtet auf einem Erdhügel im entstehenden Neubaugebiet, genossen wir unseren Erfolg auf unserem Floss, einem armseligen Gebilde, zusammengebunden aus einigen Fässer und alten Brettern.
Der Dorfteich war unser Revier, hier waren wir die Herren.
Uns in dieser Sicherheit wiegend bemerkten wir viel  zu spät, das wir von der gedemütigten Bande, Kindern, die neu hierhergezogen waren,  umstellt waren. Erst fühlten wir uns noch sicher, denn wir waren ja hier auf dem Wasser unerreichbar.
 Die Steine, die dann nach und nach neben dem Floss ins Wasser platschten, machten uns dann doch recht deutlich, dass unsere Lage aussichtslos war.

Unter einem Hagel von Steinen mußten wir  unsere Flagge streichen. Es war eine kleine kanadische, rot mit Ahornblatt. Wir bezogen gnadenlos Prügel.
 Unseren Stolz hat das nicht gebrochen, es waren sechs oder sieben, und wir waren zu zweit, und es wurde noch so manche spätere Schlacht siegreich beendet.
Das Floss wurde damals zerstört und versenkt, die Flagge zerrissen.
Immer wenn der Teich abgelassen wurde, kamen, noch Jahre später, die traurigen, tief im Schlamm eingebetteten  Reste für einige Tage ans Licht.

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