Dienstag, 25. Juni 2013

Glück




Runter zur Bushaltestelle. Wenn wir gleichzeitig  Schulschluss hatten, trödelten wir die  kleine enge, von dichtem Gehölz umstandene Straße entlang. Zu zweit oder in kleinen Gruppen von drei oder vieren. Den Namen der Straße hab ich vergessen.  K ...?
An ganz besonderen Tagen hörten wir auf halbem Wege ein sich langsam von hinten näherndes und von allen anderen vorbeifahrenden Autos  deutlich zu unterscheidendes  Motorengeräusch, erst nur ein wages entferntes Brummen, dann so klingelnd in unseren Ohren, dass wir uns gleichzeitig umsahen und in das verträumte Gesicht des grünen Froschs sahen, der sich mit seinen runden weit auseinander stehenden Augen und der weißen, etwas verlegen  lächelnden Zahnreihe seines Kühlergrills zutraulich näherte, sein Tempo drosselte und schließlich  ächzend und japsend  vor unseren strahlenden Augen zum Stehen kam. 
Vati... seine Hand mit dem zerschossenen Daumengelenk an der geöffneten Tür, den kleinen Tritt hoch, erst die Tochter dann der Sohn, ein triumphierendes stolzes Grinsen zurück zu den anderen weiter trottenden Klassenkameraden. So plumpsten wir in die ramponierten  Sitze, sogen den Duft von Schrott und Leder in unsere Nasen, schleuderten die Ranzen vor unsere Füße. Abgeholt!


1 Kommentar:

  1. Es war der Kippsweg. Ich war gerade letzte Woche da.
    Abgeholt. Ein, glaube ich, wohl einmaliges Ereignis.
    Aber wundervoll beschrieben, Schwesterchen.

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