Donnerstag, 19. September 2013

Drachenzeit

Und dann sind wir wieder am Bahndamm.
Und es ist Herbst und Drachenzeit.
Bunte Papierdrachen standen an schönen Tagen am Himmel, einige ganz nah, andere
an endlos langen Schnüren weit weit weg.
Die Schnurrollen waren der ganze Stolz der Besitzer und wuchsen Jahr für Jahr.
Die dickste Rolle hatte immer Peter M..
Gebaut wurden die  Drachen selbst.
 Anstehen bei Tischler Steffen um ein paar Leisten, so um 1,50 Meter lang, dann gekreuzt zusammengebunden im Verhälnis 1:4, Oberteil zu Unterteil, Bindfaden einmal rum und Spannseil für die Qwerleiste. Jetzt sorgsam mit Papier bespannt:

"Dann fliegt er  einwanfrei und ohne Schwanz."

Und dann der erste Start.
Der eine "stand wie ´ne 1",
der andere mit kleinen Gewichten in den Ecken aus Papier oder trockenem Gras.
Und andere wollten einfach nicht.
Bohrten sich knatternd senkrecht in den Boden, entledigten sich ihres Papierkleides und machten wieder Arbeit.
Aber irgenwann gesellten sich alle zusammen am Himmel, die Schnurrolle wurde irgenwo verankert, weil die Lust sie zu halten bald verging.
 Später wurden brennende Laternen von ihnen in den Nachthimmel getragen , und am Boden brannten die Lagerfeuer.

Irgendwann kam dann ein neues Gesetz. 100 Meter Schnur waren noch erlaubt:
"Es könnten Flugzeuge gefährdet werden"



Vorbei war´s mit der Drachenpracht


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