Der Laden war direkt
gegenüber auf der anderen Straßenseite. Meistens kauften wir Milch, Brot, Tee, Speck und Pfeffer. Aber oft auch nur Milch.
Die Kanne war weiß und innen blau oder schwarz. Mit der Kanne raus aus der geteilten Tür,
ein Stück Joringelpfad am Haus vorbei,
bei der Kastanie auf den Bürgersteig und
dann schräg über die breite, noch ungeteerte Sandstraße zum Laden rüber.
Auf dem Rückweg nahm
ich den Deckel von der Milchkanne in meine linke Hand und schleuderte sie mit
der rechten weit ausholend in einer Kreisbewegung über vorne über meine
Schulter nach hinten und dann am Schenkel vorbei und aufs Neue. Mit wild um
mich herum geschleuderter Milchkanne erreichte ich die andere Straßenseite.
Dass kein Tropfen verlorenging, hat mich jedes Mal begeistert. Eigentlich war
nur das Beenden der Schleuderei anfangs ein Problem. Ich musste den Arm,
nachdem ich das Tempo der Bewegung allmählich gedrosselt hatte, auf der letzten
Hälfte seiner Kreisbewegung noch ein
wenig über den tiefsten Punkt neben
meiner Hüfte vorbei nach vorne ausschwingen lassen, damit die Milchkanne sich dann ruhig wieder zurück in die normale Position
einer getragenen Milchkanne einpendeln konnte.
Irgendwann kam dann Milch in Schläuchen.


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